Höhere Nachfrage

RWE steigert Gewinn im ersten Quartal stärker als erwartet

Der Energieriese RWE hat im ersten Quartal den Gewinn dank einer höheren Energienachfrage stärker gesteigert als erwartet. Auch die erstmalige Einbeziehung des niederländischen Versorgers Essent trug zum Wachstum bei.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (ddp/red) - Der Umsatz von RWE erhöhte sich den Angaben zufolge im ersten Vierteljahr um 5 Prozent auf 15,3 Milliarden Euro, wobei allein Essent erstmals mit 2 Milliarden Euro berücksichtigt wurde. Die Zahlen sprechen für einen hohen Preisdruck. So hat der Konzern nach eigenen Angaben im deutschen Gasgeschäft ein Viertel weniger Umsatz gemacht. Vorteilhaft wirkten sich dagegen die Schwankungen der Devisenkurse aus. Bereinigt um diese hätten die Erlöse um 11 Prozent niedriger als vor einem Jahr gelegen, heißt es im Quartalsbericht.

Das um Sondereffekte bereinigte nachhaltige Nettoergebnis stieg gegenüber dem Vorjahr um mehr als 15 Prozent auf 1,74 Milliarden Euro. RWE nutzt dieses Ergebnis als Basis für die Dividendenfestsetzung. Das Nettoergebnis inklusive aller Einflüsse verminderte sich mit knapp 11 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro etwas stärker als von den Beobachtern erwartet. Für den Rückgang war laut RWE der Wegfall von Bewertungsgewinnen verantwortlich, die 2009 das Ergebnis getrieben hatten.

Der Stromabsatz ist im Vergleich zum Vorjahr um 5 Prozent und der Gasabsatz um 31 Prozent gestiegen. Dazu hat die im vergangenen Jahr übernommene niederländische Essent wesentlich beigetragen. Laut Finanzvorstand Rolf Pohlig wäre der Stromabsatz ohne Essent rückläufig gewesen und der Gasabsatz etwa konstant.

RWE setzt weiter auf AKW Biblis

Bei der Stromerzeugung setzt RWE auch auf das Kernkraftwerk Biblis. Nachdem RWE mit der Düsseldorfer E.ON vereinbart hat, Reststrommengen des stillgelegten E.ON-Kernkraftwerks Stade auf Biblis zu übertragen, könne Biblis A mindestens bis Herbst nächsten Jahres am Netz bleiben, sagte Pohlig.

Neben Essent steigerten die Geschäfte in Großbritannien und in Osteuropa den Gewinn. Diese Entwicklung könne jedoch nicht auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden, schränkte Vorstandsvorsitzender Jürgen Großmann im Quartalsbericht ein. Auch die Stromerzeugung in Deutschland und die Öl- und Gasfördertochter Dea lieferten höhere Gewinne als im Vorjahr. Bei der Stromerzeugung profitierte RWE von niedrigeren Brennstoffkosten, bei Dea von höheren Ölpreisen. Die Handelssparte schnitt dagegen schwächer ab.

RWE bekräftigt Gesamtjahresprognose

Der RWE-Konzern bekräftigte seine Jahresprognose. Das Betriebsergebnis und das nachhaltige Nettoergebnis sollen um jeweils rund 5 Prozent wachsen. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern ein Betriebsergebnis von 7,1 Milliarden Euro und ein nachhaltiges Nettoergebnis von 3,5 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Die Anleger freute dies: Die Papiere verteuerten sich bis 14.00 Uhr um 2,6 Prozent auf 61,29 Euro.

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