Bilanz 2002

RWE steigert betriebliches Ergebnis um 34 Prozent

Der Energiekonzern RWE steigerte im vergangenen Jahr das betriebliche Konzernergebnis um 15 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro. Das EBITDA stieg um fast sieben Prozent auf 7,2 Milliarden Euro. Das verbesserte betriebliche Ergebnis im Konzern beruht auf der erstmaligen Einbeziehung des britischen Energieversorgers Innogy und des tschechischen Gasgeschäfts.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Energiekonzern RWE AG steigerte im vergangenen Jahr sein Konzernergebnis um 15 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro. Das EBITDA stieg um fast sieben Prozent auf 7,2 Milliarden Euro. Das verbesserte betriebliche Ergebnis im Konzern beruht auf der erstmaligen Einbeziehung des britischen Energieversorgers Innogy und des tschechischen Gasgeschäfts sowie der erfolgreichen Entwicklung im Kerngeschäft. Hier konnte das betriebliche Ergebnis um 34 Prozent gesteigert werden.

Das Nettoergebnis spiegelt wie erwartet den Aufwand für die Akquisitionen im Kerngeschäft wider. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Finanzierungszinsen und planmäßige Good-will-Abschreibungen. Hinzu kamen Auswirkungen der schwachen Konjunktur und der desolaten Lage an den Finanzmärkten. Die letztgenannten Effekte konnten jedoch mit dem Buchgewinn aus dem vorzeitigen Verkauf des Raffinerie- und Tankstellengeschäfts teilweise ausgeglichen werden. Mit 1.830 Millionen Euro stieg das Nettoergebnis vor Goodwill-Abschreibungen um 1,7 Prozent. Dadurch verbesserte sich das entsprechende Ergebnis je Aktie leicht auf 3,25 Euro. Die Umsatzerlöse im Kerngeschäft nahmen vor allem aufgrund der Erstkonsolidierungen von Innogy, des tschechischen Gasgeschäftes und Thyssengas um 24 Prozent zu. Im Nicht-Kerngeschäft ging der Umsatz um 45 Prozent zurück.

Die negative Entwicklung im Nicht-Kerngeschäft bestätigt die RWE-Kerngeschäftsfeldstrategie. Das betriebliche Konzernergebnis litt unter den erheblichen Belastungen in diesem Bereich. Zum 1. Juli 2002 ist RWE aus dem Joint Venture Shell & DEA Oil ausgestiegen. Das im Konzernabschluss noch erfasste erste Halbjahr endete mit einem negativen betrieblichen Ergebnis von sechs Millionen Euro. Mit 158 Millionen Euro hat sich das betriebliche Ergebnis bei Heidelberger Druckmaschinen mehr als halbiert. Das Unternehmen leidet unter einer dramatisch verschlechterten Branchenkonjunktur mit hohen Nachfrageeinbrüchen.

Das 2000 gestartete Kostensenkungsprogramm mit Schwerpunkt im deutschen Stromgeschäft liegt laut RWE weiterhin voll im Plan. RWE konnte auch das für 2002 gesteckte Ziel von 590 Millionen Euro erreichen. Damit sind fast zwei Milliarden Euro bzw. über 75 Prozent des Gesamtprogramms umgesetzt, das bis 2004 Kostensenkungen von etwa 2,6 Milliarden Euro vorsieht. Im Geschäftsjahr 2003 sollen 300 Millionen Euro eingespart werden.

In diesem Geschäftsjahr will RWE insbesondere integrieren und konsolidieren. Im Fokus stehen die schnelle und effiziente Einbindung der Akquisitionen in den Konzern, das Erschließen der Wertpotenziale in den vergrößerten Kerngeschäften und das Absichern der stabilen Finanzausstattung. Zum Jahresende 2003 will RWE die Nettoverschuldung auf unter 24 Milliarden Euro zurückführen und bis Ende 2005 weitere bis zu zwei Milliarden Euro Nettoverbindlichkeiten abbauen.

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