RWE senkt den Strompreis

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com
Die Essener RWE AG, Deutschlands größter Energieversorger, wird zum 1. November eine Preissenkung vornehmen, um die Haushaltsstrompreise der "veränderten Marktsituation" anpassen. Das kündigte der Vorstandsvorsitzende Dietmar Kuhnt heute auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens. Der Grundpreis in Höhe von 11,57 Mark monatlich wird konstant bleiben, der Leistungspreis jedoch sinkt für alle Privatkunden um 7,3 Prozent auf 23,99 Pfennig je Kilowattstunde. Die Kilowattstunde wird dadurch um knapp zwei Pfennig billiger. In den Genuss dieses Preisvorteils kommen die bisherigen Kunden der RWE Energie sowie deren neue Kunden. Kuhnt: "Bei uns profitieren auch alle unsere bisherigen Privatkunden von Preissenkungen. Dies halten wir aus Gründen der Fairness für unverzichtbar".



Die Preisreduzierung, so Kuhnt, sei jedoch "keineswegs das einzige Marketinginstrument". Vielmehr werde man die eigene Wettbewerbsposition "durch eine gezielte Markenstrategie weiter ausbauen". Konkret heiße das, dass man den unter "Avanza" angebotenen Strom europaweit als eine Marke für die RWE-Stromprodukte aufbauen und etablieren will. "Avanza soll sich zu einem Gütesiegel entwickeln: Mit anderen Worten - Avanza steht nicht nur für höchste Qualität zum günstigen Preis, sondern auch für Innovation, Sicherheit, Service und Verbraucherfreundlichkeit", so Kuhnt, der sich im übrigen gegen etwaige Schutzklauseln für Stadtwerke und also eine Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes aussprach.



Neben dem Aufbau von "Avanza" als Marke werde die RWE auch ihre Vertriebswege weiter ausbauen - und dabei auch Kooperationen eingehen. Ein Beispiel hierfür sei die Anfang September mit dem Versandhaus Quelle vereinbarte Vertriebspartnerschaft: Quelle bietet ihren Kunden Strom der RWE Energie an. Die Quelle-Kunden erhalten das Angebot durch Mailings, über Kataloge und über das Internet. Ende letzter Woche vereinbarte die RWE auch eine Kooperation mit Karstadt: Karstadt- und Hertie-Kunden können Stromlieferverträge jetzt auch im Warenhaus abschließen. "Seit der Öffnung des Strommarktes haben wir insgesamt einen zusätzlichen Absatz in Höhe von 4.600 GWh pro Jahr kontrahiert. Die bereits kurzfristig realisierten Nettogewinne von Wettbewerbern belaufen sich auf einen Stromabsatz von 1.900 GWh pro Jahr", blianzierte Kuhnt.



Die durch den Wettbewerb einsetzende Preisentwicklung, führte Kuhnt aus, führe zu einem "erheblich verschärftem Kostendruck", auf den die RWE bereits reagiert habe, aber auch noch weiter reagieren müsse: Bis 2003/2004 müssten die jährlichen Kosten - zusätzlich zu den bisher geplanten 460 Millionen Euro - um weitere 870 Millionen Euro gesenkt werden. Damit habe man dann allein in den Bereichen Energie, Bergbau und Rohstoffe die Kosten seit 1992/93 um 2,4 Mrd. Euro reduziert.



Den europäischen Markt im Blick, kündigte der RWE-Chef für die kommenden zehn Jahre Akquisitionen von 25 bis 30 Milliarden Euro an. Im übrige erwarte man im deutschen - aber auch im europäischen Energiemarkt - "zahlreiche Fusionen und Übernahmen". "Größere Märkte brauchen größere Unternehmen", blickte Kuhn voraus. In naher Zukunft bestehe Interesse an einer Beteiligung an der Energie Baden-Württemberg; um den Erwerb der Aktienanteile des Landes Baden-Württemberg und der Stadt Stuttgart (25,01 und neun Prozent) stehe man mit der VIAG, der VEW, der amerikanischen Easter Group und - vor allem - mit der französischen EdF in Konkurrenz. Die RWE beabsichtige, innerhalb der vorgegebenen Frist - bis zum 2. November - ein verbindliches Angebot für die EnBW-Anteile abzugeben.

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