RWE: Schnelle Anpassung der Kostenstrukturen im Fokus

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com
Die Geschäftsentwicklung im dritten Quartal untermauert die bereits zum Halbjahresergebnis vorgelegte Prognose, dass vor allem bedingt durch den starken Preiseinbruch auf dem deutschen Strommarkt das betriebliche Ergebnis der RWE AG in diesem Geschäftsjahr um bis zu 15 Prozent sinken wird. Das Nettoergebnis wird dennoch auf Grund der Buchgewinne aus dem Verkauf der Telekommunikationsaktivitäten höher ausfallen als im Vorjahr.


Auf die veränderten Marktbedingungen antwortet RWE mit dem umfassendsten Veränderungsprozess in der Geschichte des Unternehmens. Dieses einschneidende Maßnahmenpaket sieht vor allem eine Kostenreduzierung um jährlich 1,7 Milliarden Euro in den Bereichen Energie sowie Bergbau und Rohstoffe innerhalb der nächsten vier Geschäftsjahre sowie die Trennung von Nicht-Kerngeschäftsfeldern vor.


Im dritten Quartal sind die folgenden Schritte umgesetzt worden: Zusammenführung der Braunkohlengewinnung und -verstromung im Rheinland mit Wirkung zum 1. April 2000 mit einem Kostensenkungspotenzial von 150 Millionen Euro pro Jahr, Verkauf der außereuropäischen Umweltconsulting-Aktivitäten mit einem Umsatzvolumen von etwa 200 Millionen Euro mit Wirkung zum 31. März 2000 und Rückstellungen für das Kostensenkungspaket in Höhe von 2,2 Milliarden Euro.


Im Zuge der Fusion mit VEW hat sich RWE Kostensynergien in Höhe von 725 Millionen Euro zum Ziel gesetzt. Auch hier sind wichtige Umsetzungsschritte erfolgt: Die Aufsichtsräte von RWE und VEW haben der Verschmelzung am 4. Mai 2000 grünes Licht gegeben. Für den Aktientausch wurde ein Umtauschverhältnis für VEW-Aktien von 5:1 (5 RWE [neu]-Aktien für 1 VEW-Aktie) ermittelt. Die Gespräche mit dem Bundeskartellamt verlaufen im erwarteten Rahmen und werden voraussichtlich bis zum 19. Juni abgeschlossen sein.


Der Umsatz des RWE-Konzerns stieg in den ersten neun Monaten um 22 Prozent auf 34,8 Milliarden Euro. Bereinigt um Konsolidierungseffekte entspricht das einem Plus von 9,4 Prozent. Die wesentlichen Gründe für den Zuwachs waren die Einbeziehung der führenden US-Baugesellschaft Turner und des US-Steinkohlenunternehmens CONSOL Energy in den Konsolidierungskreis sowie höhere Rohölpreise. Gegenläufig wirkte der strompreisbedingte Umsatzrückgang im Energiebereich. Das betriebliche Ergebnis sank um knapp 10 Prozent. Maßgeblich dafür waren die stark gesunkenen Strompreise, die nur zum Teil durch Kosteneinsparungen ausgeglichen werden konnten. Außerdem belasteten niedrigere Margen im Mineralöl-Geschäft das Ergebnis. Dagegen stieg das Nettoergebnis im Vergleich zum Vorjahr um 8 Prozent auf rund 1,1 Milliarden Euro. Hierbei berücksichtigt sind bereits Rückstellungen von 2,2 Milliarden Euro für die zum Halbjahr angekündigten Kostensenkungsmaßnahmen. Diesen standen hohe Erträge von 3,1 Milliarden Euro gegenüber, die im wesentlichen aus den Verkäufen des Mobilfunkanbieters E-Plus und der Kabel-TV-Gesellschaft TeleColumbus resultierten.


Trotz starken Wachstums und umfassender Restrukturierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen wird RWE in diesem Geschäftsjahr den verschärften Preisdruck im Energiemarkt noch nicht in vollem Maße kompensieren können. Deshalb wird das betriebliche Ergebnis um bis zu 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert zurückgehen. Das Nettoergebnis wird vor allem wegen des Gewinns aus dem Verkauf der Telekommunikationsaktivitäten dennoch leicht steigen.

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