Unabhängiger von Russland

RWE schließt Deal zu Gasförderung in Turkmenistan

Mit einem Gasabkommen des RWE-Konzerns in Zentralasien ist Deutschland bei der Suche nach Alternativen zu russischen Lieferanten einen Schritt vorangekommen. Auch Turkmenistan will von seinem bisher einzigen Gasabnehmer Gazprom unabhängiger werden.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Aschchabad (afp/red) - Der zentralasiatische Staat Turkmenistan gab dem zweitgrößten deutschen Energiekonzern den Zuschlag für Erkundungsrechte für ein Gasfeld im Kaspischen Meer, wie der turkmenische Präsident Gurbanguli Berdimuchamedow am Donnerstag in der Hauptstadt Aschchabad sagte. RWE ist auch am Bau der Nabucco-Pipeline beteiligt, mit der Gas aus Zentralasien südlich an Russland vorbei nach Europa gelangen soll.

Unabhängig von Russland werden

Das an Bodenschätzen reiche Turkmenistan liefert bisher praktisch sein gesamtes Exportgas an den russischen Energieriesen Gazprom. Das Land hatte seine Lieferungen in der vergangenen Woche aber eingestellt, nachdem es zu einem Zwist mit Russland wegen einer Pipeline-Explosion gekommen war. Turkmenistan strebt seit längerem danach, unabhängiger von Russland zu werden.

Gas für Europa aus Kaspischen Meer

Die europäischen Staaten, die stark von russischem Gas abhängig sind, haben sich zuletzt immer wieder darum bemüht, direkt mit turkmenischem Gas beliefert zu werden. RWE-Chef Jürgen Großmann, der für die Vertragsunterzeichnung nach Turkmenistan gekommen war, sagte, der Konzern arbeite an der direkten Belieferung Europas mit Gas aus der Region des Kaspischen Meers. RWE-Konkurrent E.ON Ruhrgas ist dagegen eng mit dem russischen Energieriesen Gazprom verbunden und in den vergangenen Jahren in die Gasförderung in Sibirien eingestiegen.

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