Führungswechsel

RWE: Roels in den Startlöchern

Dem größten deutsche Energiekonzern steht ein Führungswechsel bevor: Der niederländische Manager Harry Roels folgt auf Dietmar Kuhnt. Im Februar werden sie zunächst gemeinsam das Unternehmen leiten, bevor Kuhnt im März in den Aufsichtsrat wechselt. Harry Roels muss sich dann allein behaupten, verfügt allerdings nicht über eine "Hausmacht".

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Tage des derzeitigen Chefs des größten deutschen Energiekonzerns RWE, Dr. Dietmar Kuhnt, sind gezählt. Planmäßig steigt der frühere Shell-Manager Harry Roels Anfang Februar in den Konzernvorstand ein und wird mit Kuhnt einen Monat lang eine Doppelspitze bilden. Ab März dann ist er auf sich allein gestellt.

Dass der Niederländer Roels die Kuhnt-Nachfolge antreten wird, ist seit Mai 2002 bekannt. Mit dem Zukauf von Innogy und Thames Water, dem polnischen Versorger STOEN, einem großen Teil der tschechischen Gaswirtschaft und nicht zuletzt American Water Works hatte der Spitzenmanager Kuhnt dem Konzern einen internationalen Anstrich verpasst. Die Konsolidierung soll jetzt Roels übernehmen, denn derzeit stehen 26 Milliarden Euro Schulden in den Büchern.

Schon im Vorfeld wurden verschiedene Strategien bekannt. Erst vergangene Woche berichtete das Manager Magazin von einem geheimen Papier, das über die Zukunft des Konzerns Auskunft geben sollte. Demnach gibt es Pläne, die bisland 13 RWE-Führungsgesellschaft auf sechs zu verschlanken, über 10 000 Mitarbeiter zu entlassen und unrentable Tochterfirmen zu verkaufen. RWE bestritt allerdings, dass es eine solche Strategie tatsächlich gibt.

Dennoch wird es für Roels nicht leicht, denn in den Monaten seit seiner Ernennung machtet RWE insbesondere aufgrund interner Querelen Schlagzeilen. Er wird der erste ausländische RWE-Chef sein, weshalb er nicht über eine "Hausmacht" verfügt. Roels' Aufgabe wird es demnach sein, die Organisation zu straffen und den Konzern umzubauen, damit der Weltkonzern auch eine adäquate innere Struktur bekommt. Denn laut Handelsblatt hat bei RWE der Wandel zum Weltkonzern im Inneren noch nicht stattgefunden, weshalb eine "Kulturrevolution" nötig sein wird.

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