Lage entspannt sich weiter

RWE richtet Härtefallfonds für Betroffene des Schneechaos ein

Die Lage im Münsterland hat sich weitgehend entspannt, nur noch einige Bauernhöfe außerhalb der Kreise Borken und Steinfurt sind noch ohne Strom. Der zuständige Energiekonzern RWE kündigte unterdessen die Einrichtung eines Härtefallfonds an, die Grünen-Politikerin Höhne fordert nach wie vor Schadenersatz von RWE.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Dortmund (ddp-nrw/sm) - Das Energieunternehmen RWE richtet einen Härtefallfonds in Höhe von fünf Millionen Euro für die vom Stromausfall Betroffenen im Münsterland ein. Dem Konzern sei bewusst, dass die Ausfälle die Kunden zum Teil stark belastet hätten, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Dortmund an. Mit dem Geld solle daher besonders betroffenen Bürgern geholfen werden.

RWE betonte, dass der Hilfsfonds "unabhängig von jedweder rechtlichen Verpflichtung" eingerichtet werde. Mit den zuständigen Bürgermeistern werde erörtert, wie die Hilfe möglichst rasch und unbürokratisch anlaufen könne. Schadensersatzleitungen hatte RWE ausgeschlossen.

Der Konzern rechnet derweil mit eigenen Schäden in zweistelliger Millionenhöhe, die aufgrund höherer Gewalt nicht versichert seien. Die neue Vorsitzende des Bundestags-Verbraucherschutzausschusses, Bärbel Höhn (Grüne), forderte, dass die Energiekonzerne künftig bei Stromausfällen Schadensersatz an die Kunden zahlen sollen. Die Energiekonzerne seien angesichts ihrer Milliardengewinne in der Pflicht, für die der Gesellschaft verursachten Schäden aus Naturkatastrophen zu haften, sagte sie der "Bild"-Zeitung (Donnerstagausgabe). Deshalb sollte eine gesetzliche Regelung wie in den Niederlanden angestrebt werden. In den Niederlanden haben die Bürger bei Stromausfällen Anspruch auf 35 Euro Schadensersatz pro Haushalt.

Im Münsterland ist die Stromversorgung nach dem Schneechaos vom Wochenende wieder nahezu komplett wiederhergestellt. Allerdings seien noch einige Bauernhöfe im Außenbereich der Kreise Borken und Steinfurt nicht versorgt, sagte ein Sprecher des Krisenstabes Münster am Donnerstag auf ddp-Anfrage. Dies könne auch noch einige Tage dauern.

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