Börsengang

RWE: Positive Reaktionen auf Wasserausgliederung

Der Essener Energiekonzern RWE steht angeblich vor einer Neuordnung seiner Wasseraktivitäten. Nach Informationen der "Berliner Zeitung" sollen große Teile der Sparte abgespalten und an die Börse gebracht werden. Der Aktienkurs des DAX-Unternehmens erhielt Impulse, Analysten zeigten sich angetan.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (ddp/sm) - Das gestern bekannt gewordene Vorhaben des Essener Energiekonzerns RWE, seine Wasseraktivitäten neu zu ordnen, ist überwiegend auf positive Reaktionen gestoßen, der Aktienkurs profitierte ebenfalls. Der Konzern hielt sich zwar bedeckt, räumte jedoch ein, auch die Strategie für das Wassergeschäft regelmäßig zu überprüfen.

Auch die an der Durchführung beteiligte WestLB äußerte sich gestern nicht zu dem Bericht der "Berliner Zeitung". Ihr Vorstandsvorsitzender Thomas Fischer führt auch den Aufsichtsrat von RWE. Laut Zeitung wollen Fischer und der Vorstandsvorsitzende von RWE, Harry Roels, nun zunächst die Arbeitnehmervertreter unterrichten. Für Freitag sei dann eine außerordentliche Sitzung des Konzernaufsichtsrates geplant.

Analysten äußerten sich grundsätzlich positiv über die mögliche Neuordnung der Wassersparte. Tanja Markloff, Energieexpertin der Commerzbank, erklärte, sie würde es begrüßen, wenn sich RWE auf die Bereiche Strom und Gas fokussiere. Matthias Heck von Sal. Oppenheim sagte, ein Verkauf könne bei RWE Spielraum für Akquisitionen schaffen - insbesondere in Osteuropa. Die Wassersparte trage nach seinen Berechnungen auch lediglich 21 Prozent zum Konzernergebnis bei, konzentriere aber 40 Prozent des Investitionsaufkommens.

An der Börse kletterte die RWE-Aktie bis Montagmittag um gut 1,8 Prozent auf 52,44 Euro.

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