Zufrieden mit Entwicklung

RWE nimmt im Sommer drei Kohle-Blöcke vom Netz

RWE ist mit der Leistung seiner Kraftwerke im Rheinischen Revier zufrieden. Die Verfügbarkeit der Kraftwerke habe wie in den Vorjahren bei rund 80 Prozent gelegen. Allerdings beklagt das Unternehmen die schlechten energiepolitischen Rahmenbedingungen durch die Vollversteigerung der CO2-Zertifikate ab 2013.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen/Köln (sm) - Im Jahr 2008 seien Aufträge in Höhe von 1,1 Milliarden Euro vergeben worden, dies entspreche einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 20 Prozent.

Noch in diesem Jahr will RWE drei am Standort Frimmersdorf drei 150 MW-Blöcke vom Netz nehmen. Gleichzeitig laufen die Bauarbeiten am Neubauvorhaben BoA 2&3 in Neurath. Block G soll Mitte 2011, Block F Ende 2011 in Betrieb gehen.

16 Blöcke bis 2012 vom Netz

Noch vor der Inbetriebnahme des ersten neuen BoA-Blocks sollen gemäß Genehmigung noch zwei weitere der alten Blöcke außer Betrieb gesetzt werden. Sechs weitere würden unmittelbar nach Inbetriebnahme des zweiten BoA-Blocks folgen. "Bis Ende 2012 schließlich werden alle 16 150 MW-Blöcke nicht mehr am Netz sein", so RWE Power-Vorstandsmitglied Matthias Hartung. Verbunden mit der Schließung der 16 Blöcke ist eine Minderung der CO2-Emissionen von über sechs Millionen Tonnen.

Energiepolitische Rahmenbedingungen verschlechtert

Trotz der deutlich schwierigeren Rahmenbedingungen wolle man das Kraftwerkserneuerungsprogramm weiter fortsetzen, beklagt allerdings, dass sich durch die EU-Beschlüsse zum CO2-Handel nach 2012 die Rahmenbedingungen "drastisch verschlechtert" haben. Die Vollauktionierung der Zertifikate ab 2013 belaste vor allem den heimischen Energieträger Braunkohle, so das Unternehmen.

"Es kommt nun darauf an, dass die in der EU-Richtlinie vorgesehene Förderung besonders effizienter Neuanlagen wie zum Beispiel die neue Generation Braunkohlenkraftwerke mit Kohlevortrocknung (TBK) auch in Deutschland zur Anwendung kommen kann", so Hartung.

Weniger Arbeitsunfälle

Weiter informiert RWE, dass die Zahl der Arbeitsunfälle von 2004 bis 2008 um über 40 Prozent zurückging. Pro eine Million geleisteter Arbeitsstunden gebe es statistisch 7,1 Unfälle. Mit der neuen Arbeitssicherheitskampagne soll diese Quote bis 2012 auf unter sinken.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Kohlebergbau

    Kohlekraftwerke erhalten doch eine Abwrackprämie

    Obwohl Wirtschaftsminister Gabriel einst sogar die Strafabgabe für alte Kohlekraftwerke in Erwägung gezogen hatte, ist er von diesem Kurs wieder komplett abgekommen. Die Betreiber der Kohlemeiler werden sieben Jahre lang von den Stromkunden mit Milliarden Euro beim Kohleausstieg unterstützt.

  • Verschmutzungsrechte

    Dicke Luft durch zunehmende Kohleverstromung

    Der Treibhausgasausstoß in Deutschland geht nach Jahren des Rückgangs wieder nach oben. Nach vorläufigen Berechnungen des Umweltbundesamts (UBA) für 2012 stiegen die CO2-Emissionen im Jahresvergleich um zwei Prozent - vor allem wegen der hohen Auslastung von Kohlekraftwerken.

  • Stromtarife

    Gabriel verteidigt im Bundestag Neubau von Kohlekraftwerken

    Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat im Bundestag den Neubau von Kohlekraftwerken verteidigt. Allein der Ausbau erneuerbarer Energien reiche nicht aus. Es müsse allerdings ein niedrigerer Kohlendioxid-Ausstoß erreicht werden - der Emissionshandel soll's richten.

  • Energieversorung

    WWF: Deutsche Kraftwerke Europas Top-Klimakiller

    Deutsche Kraftwerke gehören zu den klimaschädlichsten in Europa. Das ist das Ergebnis einer aktuellen WWF-Untersuchung. Demnach stehen neun der 30 schmutzigsten und ineffizientesten Kraftwerke Europas in Deutschland. Viele der gelisteten Kraftwerke erreichten die Altersgrenze. Dies sieht der WWF als Chance.

  • Hochspannungsleitung

    Gegen Heuersdorf: Sachsen setzt weiter auf Braunkohle

    Der neue sächsische Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) sprach sich heute bei einem Besuch der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft (Mibrag) in Deutzen für die weitere Förderung der Braunkohle aus. Dabei dürfe die Ortschaft Heuersdorf nicht im Wege stehen. Dennoch trifft er sich auch mit dem Ortsvorsteher.

Top