RWE legt Halbjahreszahlen vor: Anstieg von Umsatz und Ergebnis durch Fusion mit VEW

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
Bei einer Bilanzpressekonferenz heute in Essen legte der Energieversorger RWE die Halbjahreszahlen vor. Im Konzernabschluss ist erstmals das ehemalige VEW-Geschäft enthalten, so dass das betriebliche Ergebnis trotz der Belastungen aus dem Stromgeschäft über dem des Vorjahres liegt.


Der Konzernumsatz stieg im ersten Halbjahr (1. Juli bis 31. Dezember 2000) um 29 Prozent auf 29,5 Milliarden Euro. Neben der VEW-Integration mit einem Beitrag von etwa 2,45 Milliarden Euro war vor allem die im ersten Quartal des Vorjahres noch nicht enthaltene US-Baugesellschaft Turner Corp. für diese Entwicklung maßgeblich. Dagegen erfolgte die Entkonsolidierung des ostdeutschen Braunkohlenproduzenten LAUBAG im Rahmen der Erfüllung von Kartellamtsauflagen für die Fusion mit VEW. Bereinigt um Konsolidierungseffekte konnte RWE den Umsatz um 13,5 Prozent steigern. Ausschlaggebend für dieses Wachstum war der positive Geschäftsverlauf im Bereich Mineralöl und Chemie. Der Auslandsanteil am Umsatz erhöhte sich von 32,7 Prozent auf 35 Prozent.


Das Betriebliche Ergebnis legte im Berichtszeitraum um etwa 20 Prozent auf 1674 Millionen Euro zu. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf die VEW-Erstkonsolidierung, ein überdurchschnittlich gutes Ergebnis im Bereich Mineralöl und Chemie sowie das Kostensenkungs-Programm zurückzuführen. Unter Einbeziehung von VEW in den Vorjahreswert wurde das Ergebnis um etwa 5 Prozent gesteigert. Eine Erholung des Stromergebnisses konnte RWE jedoch nicht erzielen. Dafür waren auch zusätzliche Belastungen aus dem Energiegeschäft verantwortlich: Kosten aus der Anwendung neuer Gesetze zur Förderung erneuerbarer Energien und der Stromerzeugung mit Kraft-Wärme-Kopplung sowie gestiegene Brennstoffkosten. Das Nettoergebnis stieg um 15,2 Prozent auf 493 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr 2000/2001 rechnet RWE damit, das betriebliche Ergebnis im Konzern um mindestens 10 Prozent zu erhöhen. Darüber hinaus wird ein deutlicher operativer Ergebniszuwachs durch die erstmalige Einbeziehung von Thames Water erwartet.


Das Investitionsvolumen von insgesamt 8878 Millionen Euro hat sich vor allem durch die Akquisition von Thames Water mehr als verdreifacht. Im Energiebereich erhöhten sich die Finanzinvestitionen durch mehrere Beteiligungsobjekte im Strom- und Gassektor. Die um 10 Prozent gestiegenen Sachanlageinvestitionen spiegeln Investitionen in das Braunkohle-Kraftwerksprojekt Niederaußem sowie in den Ausbau der Gasaktivitäten bei der US-amerikanischen Kohlegesellschaft CONSOL wider. Die Zahl der Mitarbeiter im Konzern stieg im Berichtszeitraum um 1,3 Prozent auf 154 103, bereinigt um Konsolidierungseffekte reduzierte sich die Mitarbeiterzahl um 2,5 Prozent. Durch die Integration von VEW kamen 14 015 Mitarbeiter hinzu, etwa 8500 Stellen entfielen durch die Entkonsolidierung von LAUBAG, Maquet und Unternehmen des Baubereichs.

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