Übernahmen trotz Schuldenberg?

RWE: Kleinere Übernahmepläne bekannt gegeben

Der neue Chef des größten deutschen Stromversorgers, Harry Roels, plant einige kleinere Zukäufe, will allerdings sein Ziel, den Schuldenberg zu reduzieren, nicht aus den Augen verlieren. Im Gespräch sind Beteiligungen am Kraftwerksbetreiber Steag, am größten privaten Wasserversorger Gelsenwasser und an der ostdeutschen Ferngasfirma VNG.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Wie die Financial Times Deutschland in ihrer Online-Ausgabe berichtet, bestätigte der neue RWE-Chef Harry Roels gestern, dass kleinere Beteiligungskäufe an verschiedenen Unternehmen derzeit im Vorstand untersucht würden. Im Gespräch sind der Steinkohlekraftwerksbetreiber Steag, der größte private Wasserversorger Gelsenwasser und die ostdeutsche Ferngasfirma VNG. Roels rechne damit, dass sich innerhalb des nächsten halben Jahres Gespräche mit den Vorständen der anderen Unternehmen ergeben.

Der RWE-Konzern wird dabei allerdings auf sein Firmenkonto achten müssen. Denn die Einkaufstour des bisherigen RWE-Chefs Kuhnt ließ den Schuldenberg des größten deutschen Stromversorgers in den vergangen 15 Monaten von 1,1 Milliarden Euro auf 25 Milliarden Euro anwachsen, berichtet die FTD weiter. Roels hält einen Abbau der Finanzschulden auf 24 Milliarden Euro bis Ende dieses Jahres und auf 22 Milliarden Euro bis Ende 2005 für durchaus erreichbar. Experten bezweifeln jedoch, dass der ambitionierte Niederländer seine Pläne wirklich erfüllen kann.

Sicher ist sich Roels indes, dass die möglichen Anteilsübernahmen an Steag, Gelsenwasser und VNG die Schulden nicht weiter erhöhen werden. Der notwendige "Cashflow" würde mit Hilfe von Beteiligungsverkäufen im Randgeschäft wieder hereingeholt.

Verkäufer des Steinkohlekraftwerksbetreiber Steag ist der RAG-Konzern, der so die Schulden aus der Degussa-Chemie-Übernahme tilgen will. Kooperationen zwischen RWE und Steag gibt es seit Jahren, die Steag liefert 85 Prozent der erzeugten Elektrizität an den RWE-Konzern. Auch die Saar Ferngas will RAG abstoßen und auch hier ist RWE nicht uninterressiert. Mitbewerber ist u.a. die EnBW.

Gelsenwasser und VNG werden indes von E.ON angeboten. Der Verkauf der Unternehmen war seinerzeit als Bedingung für die Genehmigung der umstrittenen Fusion mit Ruhrgas gestellt worden.

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