Protest von Greenpeace

RWE: Keine Entscheidung zu AKW-Einstieg in Bulgarien

Greenpeace-Aktivisten haben gestern gegen die RWE-Pläne zur Beteiligung am Bau eines AKWs im bulgarischen Belene protestiert. Es lägen keine ausreichenden Sicherheitsanalysen vor, zudem befinde sich das geplante AKW in einem Erdbebebgebiet. Bei RWE ist jedoch noch keine Entscheidung zum Einstieg in das Projekt gefallen.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Essen (red) - Die Aufsichtsräte des zweitgrößten deutschen Energiekonzerns wollten laut Greenpeace in ihrer Sitzung am Sonntag entscheiden, ob sie rund 1,5 Milliarden Euro in russische Nukleartechnologie investieren werden. Wie die Financial Times Deutschland heute berichtet, ist jedoch noch keine Entscheidung gefallen. "Eine Beschlussfassung war nicht Teil der Tagesordnung", hieß es. Zugleich habe RWE betont, dass Sicherheit oberste Priorität habe.

Greenpeace fordert Stopp des Risiko-Projektes

"Das Atomkraftwerk Belene ist eines der weltweit gefährlichsten Atom-Projekte", sagt Heinz Smital, Atom-Experte von Greenpeace. "Von einer verantwortungsvollen Unternehmensstrategie von RWE kann bei diesem Atom-Abenteuer keine Rede sein. Hier wird Russisches Roulette mit der Sicherheit von Menschen gespielt."

Nur zwölf Kilometer vom geplanten Kraftwerk entfernt ereignete sich im Jahre 1977 das letzte große Erdbeben. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover rechnet in der Region weiterhin mit starken Erdbeben von 7,5 bis 8,5 auf der Richterskala.

Zwölf internationale Banken, darunter die Deutsche Bank, die Commerzbank und die HypoVereinsbank hätten bereits von einer Finanzierung des Projektes Abstand genommen. Greenpeace hat die Mitglieder des RWE-Aufsichtsrates nun schriftlich aufgefordert, das Risiko-Projekt ebenfalls zu stoppen.

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