Bilanz

RWE: Halbjahresergebnis im Kerngeschäft 46 Prozent über Vorjahr

Die RWE AG steigerte ihr betriebliches Ergebnis im ersten Halbjahr 2003 um knapp 35 Prozent. In den Kerngeschäften erreichte der Konzern sogar ein Plus von 46 Prozent. Besonders positiv wirkten sich die Konsolidierungen von American Water, der britischen Innogy und der tschechischen Gasaktivitäten aus, heißt es im gestern vorgelegten Halbjahresbericht.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Belastet wurde das betriebliche Ergebnis durch ungünstige Kursentwicklungen von Dollar und Pfund. Bereinigt um Großakquisitionen und Währungseffekte hätte RWE im Kerngeschäft knapp 13 Prozent über Vorjahr abgeschlossen. Basis für diese Entwicklung war vor allem das starke Strom- und Gasgeschäft. Das Nicht-Kerngeschäft verzeichnete einen betrieblichen Verlust von 54 Millionen Euro. Hauptgrund war die extrem schwache Branchenkonjunktur bei Heidelberger Druckmaschinen.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg gegenüber Vorjahr um 32 Prozent auf 4.376 Millionen Euro. Der Umsatz stieg im Kerngeschäft um 36 Prozent auf 20,5 Milliarden Euro. Basis dieser Entwicklung waren die erstmaligen Konsolidierungen von American Water, Innogy, der tschechischen Gasaktivitäten, der polnischen STOEN und der niederländischen Obragas. Der Konzernumsatz verringerte sich dagegen um 10,8 Prozent auf 22,4 Milliarden Euro. Dies beruht auf dem Ausstieg aus dem Joint Venture Shell & DEA Oil zum 1. Juli 2002.

Im Rahmen des Kostensenkungsprogramms plant RWE für das Jahr 2003 Einsparungen von 300 Millionen Euro. Im Berichtszeitraum wurden davon bereits knapp 160 Millionen Euro erreicht. Das im Jahr 2000 gestartete Programm mit Schwerpunkt auf dem deutschen Stromgeschäft sieht eine Absenkung der jährlichen Kosten um insgesamt 2.555 Millionen Euro bis Ende 2004 vor. Davon erreichte RWE zum 30. Juni 2003 insgesamt knapp 2,1 Milliarden Euro, also 83 Prozent. Das Programm zum Abbau der Nettoverschuldung sieht bis zum Jahresende 2003 einen Zielwert unterhalb von 24 Milliarden Euro vor.

Zum 1. Oktober soll die neue Konzernstruktur eingeführt werden, aber es fehlt nach wie vor die Zustimmung der kommunalen Aktionäre der RWE Gas. Die kommunalen Aktionäre der RWE Gas verfügen über 20,03 Prozent der Anteile und haben bei bestimmten Hauptversammlungsbeschlüssen der RWE Gas eine Sperrminorität. Unabhängig vom Verlauf der Verhandlungen sollen die beiden neuen Regionalgesellschaften unter den Namen RWE Rhein-Ruhr mit Sitz in Essen für die Region Mitte und RWE Westfalen-Weser-Ems mit Sitz in Dortmund für die Region Nord planmäßig starten. Das heißt: Auch die RWE Westfalen-Weser-Ems, die von den sechs Regionen in Deutschland von den Verhandlungen mit den Minderheitsaktionären der RWE Gas vor allem betroffen ist, wird antreten. Vom 1. Oktober an wird diese Region als ersten Schritt den Stromvertrieb, die Stromverteilernetze und den Netzservice übernehmen. RWE wird die Startstruktur so gestalten, dass die spätere Einbeziehung des Gasgeschäfts möglich ist.

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