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RWE erwägt Kürzung der Dividende wegen Atomsteuer

Der Essener Energiekonzern RWE schließt eine Kürzung seiner Dividende nicht aus, falls die Bundesregierung die Einführung einer Brennelementesteuer für Energiekonzerne beschließen sollte. Ein Finanzexperte warnte indes vor Einnahmeausfällen bei den Kommunen, falls die Atomsteuer beschlossen werden sollte.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Essen (afp/red) - "Eine solche Steuer hätte erhebliche negative Folgen für unsere Investitionen, unsere Ergebnisplanung und damit auch für unsere Dividende", sagte RWE-Finanzvorstand Rolf Pohlig den Zeitungen der "WAZ"-Gruppe (Mittwochsausgaben). Bislang hatte RWE seinen Aktionären bis 2013 eine stabile Dividende mindestens auf Vorjahresniveau versprochen.

Die Brennelementesteuer ist Teil des Sparprogramms der Bundesregierung. Mit ihr sollen ab 2011 rund 2,3 Milliarden Euro jährlich eingenommen werden. Allerdings wird es diese Besteuerung der Kernenergie nach den Worten von Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) nur bei einer Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken geben. Der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Hans-Peter Friedrich, warnte jedoch am Dienstag davor, die Laufzeitverlängerung mit der im Sparpaket vereinbarten Einführung einer Brennelementesteuer zu verknüpfen.

Der Finanzexperte des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), Rainer Kambeck, warnte vor Steuerausfällen für die Kommunen durch die Abgabe. "Die Brennelementesteuer wird einen negativen Einfluss auf die Einnahmen aus Gewerbesteuer und Körperschaftsteuer haben", sagte Kambeck den "WAZ"-Blättern. Die Gewerbesteuer steht den Kommunen zu, die Körperschaftsteuer Bund und Ländern.

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