172 146 Mitarbeiter

RWE: Ergebnis in den ersten neun Monaten gestiegen

Der Essener Energiekonzern RWE konnte sein Betriebsergebnis in der vergangenen neun Monaten um fast 35 Prozent steigern. Damit fiel der Zuwachs stärker aus als angekündigt.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com
Das betriebliche Ergebnis des Essener Energiekonzerns RWE lag in den Monaten Juli 2000 bis März 2001 mit 2961 Millionen Euro um 34,3 Prozent über dem des Vorjahres. Bereinigt um die Konsolidierungseffekte aus VEW und Thames Water konnte es um etwa vier Prozent gesteigert werden. Vor allem das überdurchschnittliche Ertragsniveau im Bereich Mineralöl und Chemie sowie die Kostenoffensive im Energiebereich hätten für diesen Zuwachs gesorgt. Außerdem hätte der Nachlaufeffekt aus Stromlieferverträgen mit den Preisabschlägen aus der Anfangsphase der Liberalisierung erheblich nachgelassen. Negativeffekte seien dagegen von der Umsetzung der Gesetze zur Förderung erneuerbarer Energien und der Kraft-Wärme-Kopplung sowie von erhöhten Brennstoffkosten in der Stromerzeugung ausgegangen.


Das Nettoergebnis hat sich mit 1096 Millionen Euro auf Grund der hohen Vergleichszahl des Vorjahres nur leicht um 0,7 Prozent verbessert. Dafür seien gegenläufige Entwicklungen verantwortlich: Während RWE einerseits ein deutlich höheres betriebliches Ergebnis und steuerliche Entlastungen verzeichnen konnte, hätten sich andererseits das neutrale Ergebnis und das Finanzergebnis stark verringert. Der Rückgang des neutralen Ergebnisses um 84,7 Prozent auf 117 Millionen Euro beruhe vor allem auf den im Vorjahr angefallenen hohen Veräußerungsgewinnen im Telekommunikationsgeschäft. Das Finanzergebnis war mit minus 1180 Millionen Euro ebenfalls rückläufig (minus 26,7 Prozent): Höhere Zinsaufwendungen im Zuge der Akquisition Thames Water und der Integration VEW waren hierfür maßgeblich. Der Konzernumsatz lag in den ersten neun Monaten mit 46,1 Milliarden Euro um 32,3 Prozent deutlich über dem des Vorjahres. Bereinigt um alle wesentlichen Konsolidierungseffekte konnte der Umsatz vor allem wegen des hohen Umsatzplus im Bereich Mineralöl und Chemie um 13 Prozent gesteigert werden. Der Auslandsanteil erhöhte sich von 34,3 Prozent auf 36,7 Prozent.


Die Zahl der Mitarbeiter stieg gegenüber dem Vorjahr um 13,2 Prozent auf 172 146; bereinigt um Konsolidierungseffekte ergibt sich allerdings ein Rückgang um 3,6 Prozent. Der Zuwachs basiert auf der Integration von VEW (plus 13 862 Mitarbeiter) sowie der Erstkonsolidierung von Thames Water (plus 14 448 Mitarbeiter) und Leighton Holdings (plus 12 471 Mitarbeiter). Etwa 17 000 Stellen entfielen durch die Entkonsolidierung von LAUBAG, Maquet, des Chemiegeschäfts und der Bereiche Bau und Umwelt.


Für das Gesamtjahr 2000/2001 rechnet RWE mit einem Anstieg beim betrieblichen Ergebnis um mindestens 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit fällt das Ergebnisplus stärker aus als der zum Halbjahr angekündigte Zuwachs um mindestens 25 Prozent. Umfangreiche Erstkonsolidierungseffekte und das Rekordergebnis im Bereich Mineralöl und Chemie tragen hierzu bei. Im Energiebereich könne RWE die genannten Belastungsfaktoren zunehmend mit einer konsequenten Kosten- und Preisdisziplin kompensieren. Zudem sei der deutsche Strommarkt in einer stabileren Verfassung als noch vor einem Jahr.

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