RWE Energie darf nicht mehr mit dem "günstigsten Strom" werben - Schadensersatzansprüche?

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com
"Sie haben ein Recht auf den günstigsten Strom in Deutschland" - mit diesem Slogan hatte die RWE Energie vor gut einer Woche ihre bundesweite "Privatstrom"-Kampagne eröffnet (das Strom-Magazin berichtete). Jetzt hat das Landgericht Braunschweig die Anzeigenkampagne des Essener Unternehmens gestoppt - die Braunschweiger Versorgungs-AG hatte eine einstweilige Verfügung beantragt, weil das Braunschweiger Unternehmen die große Mehrheit der Braunschweiger Haushalte preisgünstiger versorgt.


"Der durchschnittliche Jahresstromverbrauch eines 2-Personenhaushaltes liegt nach Angaben der Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke bei 2930 Kilowattstunden. Bei diesem Verbrauch haben unsere Kunden einen Kostenvorteil von 18,20 Mark gegenüber RWE", erläuterte der Vertriebschef der Braunschweiger Versorgungs-AG, Henning Probst. Analog den Ratschlägen vieler Verbraucherorganisationen stellte Probst fest: "Beim Wechsel des Versorgers sollte jeder nicht nur auf großflächige Werbung achten, sondern Preise und Vertragsbedingungen genau prüfen. Unsere Kunden profitieren bereits seit Jahren von den sehr günstigen Preisen des Unternehmens." Probst sieht dies als eine günstige Ausgangsbasis, um einen weiteren Wachstumskurs anzusteuern.


Die Kunden der Versorgungs-AG, führte der Vertriebschef aus, würden gleichermaßen von einem "einheitlich günstigen Tarif" versorgt - und zwar in Haushalt, Gewerbe und Landwirtschaft. Demgegenüber würde die RWE ihre Kunden in sogenannte Bedarfsarten einteilen, so dass kleinere gewerbliche Tarifkunden "bis zu 200 Prozent mehr zahlen müssen als bei uns".


Der namens der Braunschweiger Versorgungs-AG mit dem Verfahren beauftragte Rechtsanwalt Hendrik Ott kommentierte das Urteil wie folgt: "Der RWE wird mit dem Beschluß des Gerichtes untersagt, ihre wahrheitswidrigen Werbebotschaften zu wiederholen. Für den Fall der Zuwiderhandlung gegen dieses Verbot ist ein Ordnungsgeld bis zu 500.000 Mark angedroht." Und: "Die Werbekampagne der RWE hat zu einer großen Verunsicherung des Verbrauchers geführt. Wir werden nunmehr Schadensersatzansprüche gegenüber der RWE prüfen."

Das könnte Sie auch interessieren
Top