Pipeline

RWE dementiert vierjährige Verzögerung für Nabucco

Die von der EU mitgeplante Erdgasleitung Nabucco wird nach den Worten des EU-Energiekommissars Günther Oettinger frühestens im Jahr 2018 in Betrieb gehen. Ein RWE-Sprecher sagte, man gehe nach wie vor von einem Start in 2014 aus. Allerdings sind die Planungen offenbar noch nicht abgeschlossen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Die Pipeline, die Gas aus Zentralasien nach Europa transportieren und damit die Abhängigkeit der Europäer von russischen Lieferungen verringern soll, sei dennoch "ein Prestigeprojekt der Europäischen Union", sagte Oettinger der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstagsausgabe).

Die Planungen seien jedoch noch nicht abgeschlossen, sagte der EU-Energiekommissar. "Ich hoffe, wir werden 2010 den endgültigen Beschluss fassen, die Leitung zu bauen", erklärte er. Bisherige Planungen sahen vor, dass Nabucco bereits von 2014 an Erdgas nach Europa transportieren sollte. Die voraussichtlichen Baukosten wurden mit 7,9 Milliarden Euro angegeben.

Eigentümer der Leitung sollen mit jeweils etwa 16,7 Prozent die Unternehmen Botas (Türkei), Bulgarian Energy (Bulgarien), MOL (Ungarn), OMV (Österreich), RWE (Deutschland) und Transgas (Rumänien) sein.

Der Energiekonzern RWE bestritt in der "SZ" die Verzögerung. Nabucco solle "2014 in Betrieb gehen", sagte ein RWE-Sprecher in Essen. Allerdings sei damit zu rechnen, dass die volle Kapazität des Gastransports über die Nabucco-Pipeline erst in den jahren zwischen 2014 und 2018 erreicht werden wird.

Die 3300 Kilometer lange Leitung soll vom Kaspischen Meer über die Türkei, Bulgarien, Rumänien und Ungarn bis nach Österreich verlaufen. Die fünf Länder hatten das Abkommen zum Bau der Pipeline im Juli unterzeichnet. Es muss nun noch von den Parlamenten ratifiziert werden. Das Erdgas soll aus Aserbaidschan, Turkmenistan und dem Norden Iraks kommen.

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