Bilanz

RWE-DEA "erfolgreich auf neuem Kurs"

Erfreuliches Ergebnis, abgeschlossene Umstrukturierung, ausgebauter Upstream-Bereich - die RWE-DEA AG blickt eigenen Angaben zufolge auf ein "erneut sehr erfolgreiches" Jahr zurück und sieht sich nach wie vor als "integraler Bestandteil des RWE-Konzerns".

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

"Das Rumpfgeschäftsjahr 2001 war für uns erneut sehr erfolgreich. Es ist uns gelungen, an die herausragenden Ergebnisse der vorangegangenen Geschäftsjahre anzuknüpfen." - Mit diesen Worten leitete Dr. Georg Schöning, Sprecher des Vorstands der RWE-DEA Aktiengesellschaft für Mineralöl und Chemie, am Dienstag die Bilanzpressekonferenz des Unternehmens in Hamburg ein.

RWE-DEA habe im letzten Jahr einen grundlegenden Wandel vollzogen, so Schöning. Nach der Einbringung des Downstreamgeschäfts (DEA) in das Joint Venture Shell & DEA Oil habe sich das Unternehmen von einem integrierten Mineralölunternehmen zu einem erfolgreichen Explorations- und Produktionsunternehmen von Erdgas und Erdöl gewandelt. Als Führungsgesellschaft im Kerngeschäftsfeld Gas mit der Zuständigkeit für das Upstreamgeschäft sei RWE-DEA integraler Bestandteil des RWE-Konzerns.

Die Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsjahres bewertete Schöning als "überaus positiv": Bei einem Umsatz von 9,11 Milliarden Euro betrug das Ergebnis vor Steuern 360 Millionen Euro (Vergleichszeitraum des Vorjahrs: 411 Millionen Euro). Das Ergebnis nach Steuern beträgt 201 Millionen Euro (Vorjahr: 274 Millionen Euro). Das Ergebnis blieb damit etwas hinter den Vorjahreszahlen zurück. Grund war vor allem der Preisrückgang beim Rohöl. Trotzdem habe der RWE-DEA Teilkonzern wiederum einen wesentlichen Anteil am gesamten Wertbeitrag des RWE-Konzerns gehabt.

"Wie erfolgreich das Rumpfgeschäftsjahr war, sieht man an der erwirtschafteten Kapitalrendite. Der ROCE des RWE-DEA Teilkonzerns lag bei 38,4 Prozent und war damit nochmals wesentlich höher als die sehr hohe Kapitalrendite des Vorjahrs, in dem sie 29,8 Prozent betragen hat", betonte Schöning.

Zum guten Ergebnis haben laut Schöning sowohl das Upstream-Geschäft (Suche und Förderung von Erdgas und Erdöl) als auch das Downstream-Geschäft (Verarbeitung und Verkauf von Mineralölprodukten) beigetragen. Der Upstream-Bereich habe sein Ergebnis trotz Rückgang des Rohölpreises auf einem hohen Niveau von 160 Millionen Euro halten können (Vorjahr: 230 Millionen Euro). "Dies resultierte aus einer Steigerung der Erdölförderung um 22 Prozent", erklärte Schöning. "Auch unsere Gasförderung verlief im Rumpfgeschäftsjahr auf hohem Niveau. Sie lag leicht über dem Vorjahreszeitraum."

Der zu 50 Prozent teilkonsolidierte Downstream-Bereich habe mit 202 Millionen Euro ebenfalls "ein gutes Ergebnis" vorzuweisen (Vorjahr: 239 Millionen Euro). Es resultiere vor allem aus den zufriedenstellenden Raffineriemargen. Das Ergebnis im Tankstellenbereich sei deutlich niedriger als im Vorjahreszeitraum, gleichwohl entwickele sich der Inlandsabsatz über die DEA Tankstellen wesentlich besser als der inländische Mineralölkonsum. Der Absatz von Flugtreibstoff habe sich auf Grund der Terroranschläge vom 11. September vergangenen Jahres verringert, der Absatz von leichtem Heizöl hingegen sei deutlich angestiegen.

Nach den Finanzdaten erläuterte der Vorstandssprecher die Strategie einer "zielorientierten und besonnenen Investitionspolitik". Die Ausrichtung auf Exploration und Produktion von Erdgas und Erdöl sei im Rumpfgeschäftsjahr durch Investitionen in Höhe von 147 Millionen Euro (Vorjahr: 80 Millionen Euro) erheblich gestärkt worden.

Gas- und Ölförderung - vor allem in Deutschland, Norwegen, Großbritannien und Ägypten - würden zielstrebig ausgebaut. Schöning: "Wir wollen uns in den nächsten Jahren zum leistungsstärksten E+P-Unternehmen in Deutschland entwickeln. Dies bedeutet eine zunehmende internationale Ausrichtung. Wir werden einen wachsenden Beitrag zur Deckung des Gasbedarfs von RWE leisten und dadurch die Multi-Utility-Strategie unserer Muttergesellschaft unterstützen".

Dass RWE-DEA auf dem richtigen Kurs sei, beweise die Reservenentwicklung. Schöning: "Bei der Verfolgung unserer anspruchsvollen Ziele sind wir mit großen Schritten vorangekommen. Gemessen in Öläquivalenten konnten wir durch unsere Explorationserfolge und die getätigten Investitionen im Kalenderjahr 2001 unsere sicheren und wahrscheinlichen Erdgas- und Erdölreserven um fast 40 Prozent ausbauen".

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