Neues EnWG

RWE dämpft Hoffnungen auf sinkende Strompreise

Wettbewerb bedeutet nicht gleich automatisch zurückgehende Strompreise, darin zeigte sich die Führungsetage von RWE und RWE Energy in zwei unterschiedlichen Zeitungsbeiträgen einig. Allerdings werde das neue EnWG auch Auswirkungen auf das Unternehmen haben, im Vertrieb sollen daher die Kosten sinken.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Essen (ddp-nrw/sm) - Deutschlands größter Stromerzeuger RWE hat Hoffnungen auf niedrigere Strompreise durch das neue Energiewirtschaftsgesetz gedämpft. "Im Wettbewerb bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis. Und Wettbewerb führt eben auch nicht automatisch zu sinkenden Preisen", sagte der Vorstandsvorsitzende der RWE Energy AG, Berthold Bonekamp, der in Berlin erscheinenden Zeitung "Die Welt" (Montagausgabe).

Auch RWE-Vorstandschef Harry Roels erwartet nicht, dass nach beschlossenen Novelle des Energierechts die Strompreise sinken. Zwar bringe das Gesetz mehr Wettbewerb, schreibt Roels in einem Gastbeitrag für die "Financial Times Deutschland" (Montagausgabe). Aber man dürfe nicht vergessen, "dass Wettbewerb nicht gleich automatisch zurückgehende Preise bedeutet". Das gelte vo allem dann nicht, "wenn eine wachsende weltweite Nachfrage nach Energie das Angebot verknappt und die Politik mit einem Bündel an Maßnahmen die Energie weiter verteuert".

Das neue Gesetz, das am Freitag im Bundesrat die letzte Hürde nahm, soll spätestens am 1. August in Kraft treten und zu einer Senkung der Durchleitungsgebühren beitragen. Mit dem Regelwerk wird die Aufsicht über die Versorgungsnetze der "Bundesnetzagentur" übertragen, die das Niveau der Netzentgelte prüft. Die Arbeit der neuen Behörde wird sich dem Bericht in der "Welt" zufolge auch auf das Ergebnis der RWE Energy auswirken. "Die Regulierung der Strom- und Gasnetze in Deutschland wird unsere Erlössituation im Netz beeinträchtigen", sagte Bonekamp der Zeitung. Die Belastungen werde RWE nicht in vollem Umfang ausgleichen können.

Bonekamp kündigte dem Bericht zufolge weitere Kostensenkungen in der Vertriebssparte an. Durch die bisherigen Maßnahmen seien bereits mehrere hundert Millionen Euro eingespart worden. Im Personalbereich seien die wesentlichen Schritte getan, allerdings schloss er weitere Einschnitte nicht aus. Doch liege "der Stellenabbau im wesentlichen hinter uns."

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