Verantwortung

RWE-Chef Kuhnt: Ökosteuer ist Standortrisiko

Der RWE-Vorstandsvorsitzender Dr. Dietmar Kuhnt forderte zur Eröffnung des Weltenergie-Kongresses in Buenos Aires die Absetzung der Ökosteuer.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Nach Ansicht des RWE-Vorstandsvorsitzenden Dr. Dietmar Kuhnt ist die 1999 eingeführte deutsche "Ökosteuer" gescheitert. "Sie hat ihre Ziele nicht erreicht und ist zu einem Risiko für den Standort Deutschland geworden", sagte Kuhnt anlässlich des Weltenergie-Kongresses in Buenos Aires.

Durch die Öffnung des deutschen Strommarktes sei die Volkswirtschaft um etwa 15 Milliarden DM entlastet worden. Doch Ökosteuer, Mehrwertsteuer sowie die Gesetze zur Kraft-Wärme-Kopplung und zur Förderung erneuerbarer Energien verursachten Aufwendungen in praktisch gleicher Höhe. Die gesamte Belastung des Faktors Energie mit Steuern betrage mittlerweile knapp 120 Milliarden DM, das seien nahezu ein Sechstel des deutschen Steueraufkommens, rechnete Kuhnt vor. Der RWE-Vorstandsvorsitzende appellierte an die Politik, auf die nächste Stufe der Ökosteueranhebung zum 2. Januar 2002 zu verzichten.

Kuhnt sprach zudem von der Verantwortung der Industrieländer für die Zukunft der Weltwirtschaft. Der globale Energieverbrauch wird nach Schätzungen des Weltenergierates bis 2020 von heute 14 Milliarden Tonnen Steinkohleeinheiten (SKE) auf fast 20 Milliarden Tonnen SKE steigen. Mehr als zwei Drittel des Energieverbrauchs entfallen demnach auf fossile Energien und die Kernenergie. "Diesen Zuwachs sicher, sozial und umweltverträglich zu meistern, ist eine große Herausforderung. Fossile Energieträger und die Kernenergie werden auf absehbare Zeit den Großteil des Weltenergiebedarfs decken. Wasser, Wind, Sonne und andere regenerative Energien werden eine zunehmend bedeutende, aber nicht die zentrale Rolle spielen", sagte Kuhnt abschließend.

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