Absage

RWE: Bulgarisches Atomkraftwerk wird offenbar nicht gebaut

Der bulgarische Atommeiler Belene wird vermutlich nicht gebaut. Doch RWE plant schon weitere Projekte und ist offenbar nicht unzufrieden mit der Entwicklung. Indes treten Probleme auch bei der Übernahme eines niederländischen AKWs auf.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (red) – Das bulgarische Atomkraftwerk Belene soll einem Pressebereicht zufolge nicht gebaut werden. Belene hätte ein gemeinsames Projekt von RWE und der bulgarischen Regierung werden sollen. Die "Financial Times Deutschland" berichtete unter Berufung auf einen internen Informanten, dass das Vorhaben in dieser Woche abgeblasen werden soll. Als Grund wurde die nicht zustande gekommene Finanzierung von Seiten der Regierung genannt. Belene hätte mit den zwei Meilern eine Gesamtleistung von 1.000 Megawatt gehabt und mindestens vier Milliarden Euro kosten sollen.

Zu den Entwicklungen gibt RWE keinen Kommentar ab. In der Branche wird indes gemunkelt, dass RWE nicht unzufrieden über das Belene-Aus ist. Denn Proteste wurden nicht nur von Umweltschützern laut, sondern auch bei den eigenen Aktionären - weil das Baugebiet in einer erdbebengefährdeten Region liegt. Stattdessen will RWE offenbar mit E.ON als Kooperationspartner einen Atommeiler in England bauen. Das Grundstück dafür sei bereits bezahlt worden.

In den Niederlanden gibt es der Zeitung zufolge auch Probleme mit der Übernahme eines Atomkraftwerks. Der Meiler Brossele soll offenbar samt seinem niederländischen Besitzer Essent geschluckt werden. Das Problem bestehe darin, dass die Statuten des Betreibers eine 100-prozentige Kontrolle durch die Kommunen vorsähen. Zur Zeit werde über eine Lösung verhandelt.

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