AKW-Bau

RWE bekommt Zuschlag für Anteil an bulgarischem Reaktor

RWE ist der bevorzugte Bieter für einen Anteil von 49,1 Prozent an der Projektentwicklungsgesellschaft (PEG) zum Neubau eines Kraftwerks in Bulgarien. Das staatliche bulgarische Elektrizitätsunternehmen NEK habe RWE als bevorzugten Investor für den Anteil an der PEG ausgewählt, sagte ein Sprecher des Energiekonzerns.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (ddp-nrw/AFP/sm) - Neben RWE war auch der belgische Konzern Electrabel an einem 49-Prozent-Anteil an dem rund vier Milliarden Euro teuren Kraftwerk Belene interessiert. RWE und Electrabel, eine Tochterfirma des französischen Energiekonzerns GDF Suez, könnten den Minderheitsanteil jedoch auch aufteilen, sagte der bulgarische Wirtschaftsminister Petar Dimitrow. Dies müssten die beiden Unternehmen in den kommenden Tagen entscheiden. Nach Klärung aller relevanten Aspekte zum Neubau des Werks in Belene könne der mögliche Betrieb des neuen Kraftwerks verbindlich geregelt werden.

Ende Juni hatte RWE sein Interesse an einer Beteiligung an dem geplanten bulgarischen Atomkraftwerk Belene bekräftigt und ein verbindliches Angebot für weitere Vertragsverhandlungen eingereicht. Bereits seinerzeit hatte RWE klargestellt, für weitere Partner bei dem Projekt offen zu sein.

NEK will bei dem Atomkraftwerk, das früheren Angaben zufolge bis 2014 fertig sein und eine Leistung von zweimal 1000 Megawatt erhalten soll, eine Mehrheit von 51 Prozent behalten. Über den verbleibenden Anteil verhandelten zuletzt RWE und die belgische Suez-Tochter Electrabel als bevorzugte Bieter. Als Investitionssumme für Belene sind vier Milliarden Euro im Gespräch.

Bulgariens Regierungschef Sergej Stanischew hatte Anfang September den Startschuss für den Bau des zweiten bulgarischen Atomkraftwerks gegeben, das von der russischen Firma Atomstrojexport gebaut wird. Die EU-Kommission hatte Ende 2007 grünes Licht für den Bau des AKW gegeben. Aus Sicherheitsgründen hatte Bulgarien ein Atomkraftwerk auf Weisung der EU im Jahr zuvor teilweise schließen müssen. Durch den Bau des neuen Atomkraftwerks hofft Bulgarien auch, verstärkt Energie exportieren zu können.

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