Nationale Interessen schützen

Russland will Ölmarktpolitik mit OPEC koordinieren

Im Kampf gegen den Verfall der Rohölpreise will Russland seine Ölmarktpolitik nach Worten von Präsident Dmitri Medwedew stärker mit der OPEC abstimmen. Das Öl-Kartell bitte Russland immer wieder um eine Koordination, und zum Schutz der nationalen Interessen sei die Regierung in Moskau dazu auch bereit, sagte Medwedew.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Moskau (AFP/sm) - Medwedew schloss offensichtlich sogar einen OPEC-Beitritt nicht aus. Wörtlich sagte er: "Solche Schutzmaßnahmen können mit einer Senkung der Ölförderquote, mit dem Beitritt zu bestehenden Anbieter-Organisationen oder der Mitgliedschaft in neuen Organisationen verbunden sein."

Russland ist zusammen mit Saudi-Arabien, das die OPEC de facto leitet, der wichtigste Ölexporteur der Welt. Am 17. Dezember treffen sich die 13 OPEC-Mitgliedstaaten und werden voraussichtlich eine neue Senkung der Ölförderquote beschließen, um den Preisverfall zu stoppen. Der russische Energieminister Sergej Schmatko hatte am Mittwoch angekündigt, Moskau werde bis dahin ebenfalls eine Senkung seiner Förderquote bekanntgeben.

Die OPEC-Staaten fördern rund 43 Prozent des Rohöls weltweit, Russland allein mehr als zwölf Prozent. Das Kartell hat außer Russland auch andere wichtige Produzentenstaaten wie Norwegen oder Mexiko aufgefordert, sich solidarisch zu zeigen und ihre Fördermengen zu senken.

Nach seinem historischen Hoch von 147 Dollar für ein Fass im Juli war der Preis in den vergangenen Wochen drastisch gefallen. Ein Barrel kostet derzeit nur noch rund ein Drittel dieses Spitzenpreises.

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