Nukem Technologies

Russland will bei Stilllegung deutscher AKW mitmachen

Die künftige Stilllegung deutscher Kernkraftwerke könnte laut einem Zeitungsbericht künftig unter russischer Regie stattfinden. Der russische Atomkonzern Rosatom habe das deutsche Unternehmen Nukem Technologies gekauft, das auf das Management von radioaktiven Abfällen und die Stilllegung nuklearer Einrichtungen spezialisiert ist.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Über den Kauf berichtete die "Hannoversche Allgemeine Zeitung". Nukem Technologies mit rund 200 Ingenieuren und Physikern hat seinen Sitz in der Nähe von Aschaffenburg.

Chancen auf Aufträge zur Stillegung von deutschen AKW

Zu den Details des Verkaufsvertrages an die Rosatom-Tochter Atomstroyexport wurde Stillschweigen vereinbart. Laut HAZ stehen die Chancen gut, dass Nukem Technologies mit der Stilllegung von deutschen Kernkraftwerken beauftragt wird. Weltweit gebe es nur wenige Konkurrenten, vor allem in Frankreich und den USA.

Die Nukem könne bei der Stilllegung von Atomanlagen und der Lagerung radioaktiver Stoffe auf eine breite Erfahrung verweisen. Nukem gehörte bis 2006 dem Stromkonzern RWE, danach gehörte es zu einer Finanzierungsgesellschaft.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Anti-Atomkraft-Bewegung

    Atomausstieg: Bund will Konzerne bei Mitfinanzierung festnageln

    Um die Rückstellung der Atomkonzerne zur Finanzierung des Atomausstiegs zu sichern, hat das Bundeskabinett eine neue Regelung beschlossen. Damit sollen vor allem mögliche Schlupflöcher wegen der geplanten Aufspaltungen der Firmen geschlossen werden.

  • Atomenergie

    Medien: Kommission schlägt Atom-Entsorgungs-Pakt vor

    Bis 2022 soll auch der letzte Atommeiler ausgeschaltet werden. Wo die verstrahlten Überreste der Anlagen verbleiben sollen und wer für die Entsorgung aufkommen soll, steht hingegen noch nicht fest. Ein neuer Vorschlag der Atom-Kommission sieht einen Finanzpakt zwischen den Konzernen und dem Staat vor.

  • Strompreise

    Konzerne drückten Sicherheitsstandards in der Asse (Upd.)

    Bei der Einlagerung von Atommüll in das niedersächsische Bergwerk Asse haben die Energiekonzerne den Betreiber offenbar erfolgreich zu einer Senkung der Sicherheitsstandards gedrängt. Umweltschützer kritisieren die "Allianz von Politik und Atomkonzernen" scharf.

  • Hochspannungsleitung

    Deutsche Gazprom-Tochter legt 2008 massiv zu

    Das Gashandelsunternehmen Gazprom Germania hat im vergangenen Jahr sein kräftiges Wachstum fortgesetzt und in allen Bereichen deutlich zugelegt. Besonders in Großbritannien und in Zentralasien seien die Verkäufe gestiegen, teilte der Konzern mit.

  • Stromtarife

    Frankreich baut riesige Uran-Anreicherungsanlage

    Mitten im idyllischen Rhône-Tal liegt das Herzstück von Frankreichs Atomindustrie. So groß wie 900 Fußballfelder ist die Atomfabrik von Tricastin, die vergangenes Jahr durch eine Serie von Störfällen in die Schlagzeilen geriet. Dort errichtet der Staatskonzern Areva nun die größte Uran-Anreicherungslage der westlichen Welt.

Top