Einigung

Russland und Ukraine nehmen Gaslieferungen wieder auf

Gazprom hat am Dienstagmorgen die Lieferung von Erdgas nach Westeuropa wieder aufgenommen. Alle Probleme bezüglich der Durchleitung des Gases durch die Ukraine und der Lieferungen an das Nachbarland seien gelöst, sagte Gazprom-Chef Alexej Miller am Dienstagmorgen in Moskau laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Itar-Tass.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Moskau (AFP/ddp/sm) - Nach der Synchronisierung der Gastransportsysteme von Gazprom und Naftogaz, dem ukrainischen Konzern, würden die Leitungen noch am Morgen wieder in Betrieb genommen, sagte Miller. Bis das Gas über die Transitleitungen in den Abnehmerländern im Westen ankommt, werden zwischen 24 und 72 Stunden vergehen.

Die Unterbrechung der Lieferungen am 7. Januar hatte in mehreren europäischen Ländern zu Engpässen geführt. Gazprom und der ukrainische Energiekonzern Naftogaz unterzeichneten am Montag ein Abkommen zur Beendigung ihres Streits. Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin kündigte anschließend an, das Gas werde in Kürze wieder fließen. In Anwesenheit von Putin und Timoschenko unterschrieben die Chefs von Gazprom und Naftogaz, Alexej Miller und Oleg Dubina, das Abkommen am russischen Regierungssitz. Dabei handle es sich um einen Vertrag mit einer zehnjährigen Laufzeit, sagte Putin im russischen Fernsehen.

Das Abkommen wurde nicht veröffentlicht, Einzelheiten blieben unklar. Timoschenko sagte, die Ukraine werde in diesem Jahr pro 1000 Kubikmeter im Schnitt 230 Dollar zahlen, auch 2010 werde der Preis für ihr Land noch "zehn Prozent" unter dem Preis liegen, den die westeuropäischen Länder zahlen. Ein Energie-Berater des ukrainischen Präsidenten Viktor Juschtschenko sprach hingegen von einem Preis von 360 Dollar, der in den ersten drei Monaten dieses Jahres gelten werde. Im vergangenen Jahr musste die Ukraine 179,50 Dollar für 1000 Kubikmeter Gas bezahlen. Am Montag hatte es geheißen, die Ukraine werde ab 2010 die in Europa üblichen Gaspreise zahlen.

Ukraine: Lieferverzögerungen aus technischen Gründen

Nach ukrainischen Angaben werden sich die Gaslieferungen aus technischen Gründen um mehrere Stunden verzögern. Zwar habe die Ukraine die Leitungen für das russische Gas geöffnet, sagte ein Naftogaz-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Der Transit nach Europa verzögere sich wegen laufender technischer Arbeiten aber noch um mehrere Stunden.

Ein Vertreter des Gazprom-Konzerns bestätigte, dass die Ukraine grundsätzlich wieder russisches Gas in ihre Pipelines lasse. "Die Ukraine hat das russische Gas akzeptiert", sagte ein Vertreter des staatlichen russischen Energieriesen. Die Exporte in die Europäische Union und die Ukraine hätten die Gesamtmenge von 423 Millionen Kubikmetern pro Tag. Das teilte der russische Gasmonopolist Gazprom nach Angaben der Agentur Interfax mit. In der Nacht waren zunächst nur Teilmengen transportiert worden.

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