Gasstreit

Russland drosselt Gaslieferungen an Weißrussland weiter

Im Gasstreit mit Weißrussland hat Russland am Mittwoch seine Lieferungen an den Nachbarstaat weiter gedrosselt. Die Lieferungen seien nun um 60 Prozent gekürzt, sagte der Chef des russischen Energieriesen Gazprom, Alexej Miller, am Morgen im russischen Fernsehen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Moskau (afp/red) - Bei dem Gasstreit geht es um unbezahlte Rechnungen für Gaslieferungen, für die Weißrussland Gazprom noch Geld überweisen soll. Russland hatte deswegen am Dienstag die Gaslieferungen ins Nachbarland bereits um 30 Prozent gedrosselt.

Minsk hingegen wirft Moskau vor, Russland habe Transportgebühren für das Weiterleiten des Gases nach Westen nicht bezahlt. Deshalb stoppte Weißrussland sämtliche russische Erdgaslieferungen nach Westeuropa.

Unterdessen forderte die EU-Kommission Russland und Weißrussland auf, ihren "vertraglichen Verpflichtungen" nachzukommen. "Wir erwarten, dass der Gastransit nicht getroffen wird", sagte die Sprecherin von Energiekommissar Günther Oettinger. Bisher gebe es aber keine Informationen über Versorgungsschwierigkeiten in EU-Ländern. Die deutschen Gasimporteure Eon Ruhrgas und Wingas rechnen auch weiter damit, ihre Kunden ohne Einschränkungen beliefern zu können. Die Unternehmen beziehen nur Teile des Gases aus Russland und verfügen nach eigenen Angaben über gut gefüllte Speicher.

Wirtschaftsminister Brüderle forderte die beiden Länder zu Verhandlungen auf. Der Gasstreit müsse "bilateral und schnell gelöst werden und darf nicht zu Lieferengpässen für europäische Abnehmer führen", erklärte Brüderle.

Russland liefert etwa ein Viertel des in der EU verbrauchten Erdgases. Rund vier Fünftel davon fließen durch die Ukraine, nur ein Fünftel durch Weißrussland. Nach Kommissionsangaben könnte Russland bei einem Transitstopp Gas über die Ukraine umleiten. Dies sei vertraglich vereinbart.

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