Gasstreit

Russland drosselt Gaslieferungen an Weißrussland (Upd.)

Der Gasstreit zwischen Russland und Weißrussland spitzt sich zu. Im Streit um unbezahlte Gaslieferungen hat der russische Energiekonzern Gazprom am Montag damit begonnen, die Versorgung Weißrusslands schrittweise einzuschränken.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Moskau (afp/red) - Das gab der Chef des Unternehmens, Alexej Miller, im russischen Fernsehen bekannt. Die Lieferungen sollen demnach schrittweise verringert werden. Zuvor hatte der russische Präsident Dmitri Medwedew dem Energiekonzern Gazprom russischen Medienberichten zufolge aufgetragen, die Lieferungen in das Nachbarland zu drosseln, wenn die ausstehenden Beträge nicht bis 08.00 Uhr MESZ beglichen sein sollten. Demnach sollen die Lieferungen um bis zu 85 Prozent gekürzt werden.

Laut Gazprom schuldet Weißrussland dem Konzern noch 192 Millionen Dollar (155 Millionen Euro) für Gaslieferungen. Weißrusslands Vize-Regierungschef Eduard Towpinets hingegen hatte dem russischen Energieriesen am Freitag vorgeworfen, dieser habe 200 Millionen Dollar Gebühren für den Gastransit durch Weißrussland nicht bezahlt. In den vergangenen Tagen hatten sich beide Seiten nicht auf ein Ende des Streits einigen können.

Erst im Januar hatten sich Russland und Weißrussland nach monatelangem Streit um den Gaspreis auf einen neuen Liefervertrag geeinigt. Im Januar 2007 hatte ein Streit zwischen beiden Ländern zu einem mehrtägigen Öllieferstopp geführt, der auch Deutschland und andere europäische Länder betraf. Sie erhielten kein russisches Öl mehr durch die Pipeline "Druschba" (Freundschaft), Raffinerien mussten ihre Produktion herunterfahren. Minsk wehrte sich damals vor allem gegen einen von Moskau geforderten Zoll auf das Öl.

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