Grundlagendokument

Russland drängt auf neue Energie-Charta

Russland will die EU für einen neue Energie-Charta gewinnen. Präsident Dmitri Medwedew kündigte dafür einen entsprechenden Vorschlag an: "Heute werden wir unseren G-20-Partnern ein Grundlagendokument zukommen lassen", sagte er in Helsinki nach einem Treffen mit seiner finnischen Kollegin Tarja Halonen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Helsinki (afp/red) - Die Adressaten seien neben den G-20- und EU-Staaten auch die früheren Sowjetrepubliken. Mit den EU-Partnern solle "so schnell wie möglich" ein konstruktiver Dialog beginnen.

Mit der neuen Energie-Charta will Moskau die alte Charta von 1991 ablösen, der 49 Staaten beigetreten waren. Russland hatte die Charta, die seiner Ansicht längst veraltet ist, nie ratifiziert. Der neue Entwurf decke dagegen alle wichtigen Energie-Fragen ab, darunter Transit-Regelungen und die wichtigsten Energieträger Öl, Gas, Strom, Kohle und Atomenergie, sagte Medwedew.

Die EU bezieht ein Viertel ihres Gases von Russland. Erst im Januar hatte ein Gas-Streit zwischen Russland und der Ukraine, bei dem es um Transitgebühren ging, zu Versorgungsengpässen in Teilen Europas geführt.

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