Marathon-Verfahren

Ruhrgas und Gaz de France öffnen Leitungsnetze

Die Energieversorger Ruhrgas und Gaz de France konnten sich im sogenannten "Marathon-Verfahren" mit der EU-Kommission einigen und haben zugesagt, ihre Leitungsnetze für andere Anbieter zu öffnen. Die Wettbewerbshüter werden daher ihre Untersuchungen einstellen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin/Brüssel (red) - Der europaweite Markt für Gas ist seiner Liberalisierung ein gutes Stück näher gekommen. Die deutsche Ruhrgas und die französische Gaz de France haben sich verpflichtet, ihre Leitungsnetze für andere Anbieter weitgehend zu öffnen.

Daraufhin hat die Generaldirektion Wettbewerb der EU-Kommission ihre Untersuchung über das mutmaßliche wettbewerbsbeschränkende Verhalten beider Unternehmen eingestellt. Hintergrund der Untersuchung: Sowohl Ruhrgas als auch Gaz de France hatten das norwegisch-amerikanische Unternehmen Marathon in den 90er Jahren am Zugang zu ihren Leitungsnetzen gehindert. Beide Unternehmen haben sich jetzt verpflichtet, ihre Netze auch Wettbewerbern zu öffnen. EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti: "Über die Einigung mit Gaz de France und Ruhrgas bin ich sehr erfreut, denn sie ermöglicht uns den endgültigen Abschluss des Marathon-Verfahrens. Diese Einigung führt zu weitreichenden Verbesserungen beim Wettbewerb auf den europäischen Gasmärkten."

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