Gaspreise steigen

Ruhrgas steigert Absatz auf Rekordniveau und heißt bald E.ON Ruhrgas AG

Nach der Fusion mit E.ON hat der Erdgasversorger Ruhrgas AG im vergangenen Geschäftsjahr den höchsten Absatz in der Unternehmensgeschichte erzielt. Trotzdem werden die Gaspreise ab 1. Oktober um sieben bis acht Prozent steigen. Ab 1. Juli wird sich der Konzern in "E.ON Ruhrgas AG" umbenennen.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Essen (ddp-nrw/sm) - Der führende deutsche Erdgasversorger, die Essener Ruhrgas AG, hat im vergangenen Geschäftsjahr den höchsten Absatz in der Unternehmensgeschichte erzielt. "Trotz weiter wachsenden Wettbewerbs konnten wir unsere Marktführerposition erfolgreich verteidigen", sagte Ruhrgas-Vorstandsvorsitzender Burckhard Bergmann am Dienstag in Essen. Im Geschäftsjahr 2003 seien knapp 640 Milliarden Kilowattstunden Gas an die Kunden gegangen. 11,6 Prozent davon wurden im Ausland abgesetzt.

Wie es weiter hieß, stiegen die Umsätze der E.ON-Tochter um fast 15 Prozent auf 12,1 Milliarden Euro. Das Jahresergebnis beträgt 909 Millionen Euro - das waren fast 500 Millionen Euro mehr als 2002. Bergmann verwies darauf, dass sich der Konzern im Zuge des Zusammenschlusses von E.ON und Ruhrgas von wesentlichen Beteiligungen getrennt habe und nun "bestens aufgestellt" sei. Ende 2003 beschäftigte Ruhrgas insgesamt 2578 Mitarbeiter.

Nach Angaben Bergmanns hielt auch 2003 der Trend zum Erdgas als moderne und umweltschonende Heizenergie an. Rund 47 Prozent der deutschen Wohnungen wurden Ende 2003 mit Erdgas beheizt - das waren etwa 300 000 mehr als zum Jahresbeginn. Ruhrgas versorgt nach eigenen Angaben etwa 60 Prozent des deutschen Marktes. Aufgrund der gestiegenen Ölpreise müssten allerdings auch die Gaspreise ab 1. Oktober um sieben bis acht Prozent erhöht werden, hieß es.

In 2003 war Russland die größte Erdgasbezugsquelle für die Ruhrgas AG. Der Essener Konzern wurde dabei ausschließlich von der Gazprom-Tochter Gazexport Ltd. beliefert. Dazu existieren Verträge, die noch bis 2020 laufen. Zudem hat die Ruhrgas ihre Beteiligung an der OAO Gazprom auf 6,43 Prozent erhöht. Um ihre Zugehörigkeit zum E.ON-Konzern noch deutlicher zu machen, wird sich die Ruhrgas AG zudem ab 1. Juli in "E.ON Ruhrgas AG" umbenennen. "So wird für jeden sichtbar, dass Ruhrgas von E.ON profitiert und umgekehrt", erklärte Bergmann.

Zugleich begrüßte der Ruhrgas-Chef die Einigung zum Nationalen Allokationsplan, der den Handel mit Luftverschmutzungsrechten regelt. Dennoch erwarte er jetzt "keinen Run auf Erdgas im Kraftwerkssektor", betonte Bergmann. Nach seiner Ansicht sei es "volks- und energiewirtschaftlich sinnvoll", auf einen breiten Energiemix in der Stromerzeugung zu setzen.

Von Michael Bosse

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