Entscheidung

Ruhrgas muss Netz zur Verfügung stellen

Das Dortmunder Landgericht hat entschieden, dass die Essener Ruhrgas AG ihr Gasnetz dem Berliner Versorger Natgas für eine Durchleitung zur Verfügung stellen muss.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com
Die Liberalisierung auf dem deutschen Gasmarkt kommt langsam in Schwung: In einem Streit zwischen der Ruhrgas AG (Essen) und der Natgas (Berlin) hat das Landgericht Dortmund jetzt entschieden (AZ: 13 O 36/01), dass Ruhrgas sein Netz für eine Durchleitung zur Verfügung stellen muss.


In dem konkreten Fall geht es um einen bayrischen Großkunden der Natgas. Das Gas für diesen bezieht der Berliner Gasversorger aus Österreich und aus diesem Grund wird das Gasnetz der Ruhrgas zur Durchleitung benötigt. Genau dagegen hatte der Essener Gasversorger aber Einspruch beim Gericht eingelegt und sich dabei auf die sogenannte "Reziprozität" berufen. Da der österreichische Energiemarkt weit weniger liberalisiert sei als der deutsche, sei eine Großkundenbelieferung in diesem Umfang durch die österreichischen Netze nicht möglich. Das Dortmunder Landgericht machte jedoch eine andere Sicht der Dinge geltend: Da Deutschland zu 80 Prozent auf den Gasimport angewiesen ist und deutsche Gasimportgesellschaften neuen Akteuren oftmals die Belieferung verweigerten, müssten diese zwangsläufig auf das Ausland zurück greifen, so das Gericht.


Ruhrgas will gegen das Urteil vermutlich Berufung einlegen.

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