Gastransportnetz

Ruhrgas einigt sich mit EU auf Entry/Exit-Modell

Das Verfahren der EU-Kommission gegen eine Reihe europäischer Gasgesellschaften ist ursprünglich auf eine Beschwerde des amerikanischen Öl- und Gasproduzenten Marathon aus dem Jahr 1996 zurückzuführen. Jetzt haben sich Behörde und E.ON-Tochter Ruhrgas auf ein Entry/Exit-Modell zum Gastransportnetz geeinigt.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (red) - Die Essener Ruhrgas AG sich mit der "Generaldirektion Wettbewerb" der Europäischen Kommission über die Beendigung des so genannten "Marathon-Verfahrens" verständigt. Laut Wettbewerbskommissar Mario Monti führt diese Einigung "zu weitreichenden Verbesserungen beim Wettbewerb auf den europäischen Gasmärkten", die "der Industrie und letztendlich auch anderen Verbrauchern einschließlich der Haushaltskunden zugute kommen." Grundlage der Einigung bildet ein Entry/Exit-Modell für den Zugang zum Gastransportnetz der Ruhrgas AG, das diese zum 1. November 2004 einführen wird.

Das Erdgastransportnetz der Ruhrgas AG ist mit über 11 000 Kilometern Leitungslänge und zwölf Speichern in Deutschland nicht nur das größte, sondern zeichnet sich auch durch die höchste Komplexität aus. Daher sei die Einigung mit der Kommission auf dieses weitreichende Entry/Exit-Modell schwierig für das Unternehmen gewesen, teilte Ruhrgas heute mit. Wichtig sei für die Ruhrgas AG gewesen, eine Lösung zu finden, welche die nötigen Anreize für einen sicheren Betrieb, Erhalt und Ausbau des Leitungsnetzes gewährleiste. Seit Januar 2004 hat die Ruhrgas AG das Transportgeschäft im Rahmen einer Auflage aus der Ministererlaubnis zum E.ON/Ruhrgas-Verfahren in eine rechtlich eigenständige Tochtergesellschaft ausgegliedert.

Die zwischen Ruhrgas AG und der Generaldirektion Wettbewerb gefundene Lösung enthalte Elemente des von der deutschen Gaswirtschaft vorgestellten Entry/Exit-Modells, heißt es weiter. Bereits ab 1. Juli 2004 wird Ruhrgas noch umfassender als bisher Daten zu technischen Gegebenheiten ihres Leitungsnetzes und verfügbaren Kapazitäten veröffentlichen. Insgesamt würden Flexibilität und Transparenz für die Netznutzungskunden nochmals erhöht.

Das Verfahren der EU-Kommission gegen eine Reihe europäischer Gasgesellschaften ist ursprünglich auf eine Beschwerde des amerikanischen Öl- und Gasproduzenten Marathon aus dem Jahr 1996 zurückzuführen, das die Generaldirektion Wettbewerb trotz zwischenzeitlicher außergerichtlicher Einigung mit Marathon und Rücknahme der Beschwerde von Amts wegen weitergeführt hatte.

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