Bilanz 2002

Ruhrgas durch Fusion mit E.ON gestärkt

Gestern hat der Energiekonzern Ruhrgas in Essen das vergangene Geschäftsjahr bilanziert. Vorstandschef Bergmann zeigte sich überzeugt davon, dass durch die Fusion mit E.ON die Potenziale besser genutzt werden können. Gleichzeitig warnte er vor zu viel Staat in der Energiewirtschaft und plädierte für eine "bürokratiearme" Regulierung.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

"Ruhrgas geht aus dem Zusammenschluss mit E.ON gestärkt hervor", bilanzierte Dr. Burckhard Bergmann, Vorstandsvorsitzender der Ruhrgas AG, gestern auf der Jahrespressekonferenz des Unternehmens. Im härter werdenden internationalen Wettbewerb sieht Bergmann E.ON und Ruhrgas zusammen besser für die Zukunft gerüstet als allein, weil die Unternehmen sich ergänzten und daraus für beide neue Handlungsspielräume erwachsen würden: "Wir können unser Potenzial mit E.ON wesentlich besser nutzen. Ruhrgas hat eine neue Dimension erschlossen."

Bürokratiearme Regulierung gefordert

Bergmann warnte gleichzeitig vor zu viel Staat in der Energiewirtschaft. Mit Blick auf die Einrichtung einer Regulierungsinstanz für den Zugang Dritter zu den Gasleitungsnetzen plädierte er für eine "bürokratiearme" Regulierung, die sich auf grundsätzliche und stabile Vorgaben beschränkt, leicht handhabbar ist und die Investitionsbereitschaft der Gaswirtschaft nicht gefährdet. Nur so könne vermieden werden, dass die pluralistische deutsche Gaswirtschaft von einer Regulierungslawine überrollt würde.

612 Milliarden Kilowattstunden Gas abgesetzt

Mit Absatzzuwächsen im Ausland, Rekordinvestitionen und einem verbesserten Ergebnis präsentierte Bergmann auch eine insgesamt positive Geschäftsentwicklung für 2002. Der Gasabsatz erhöhte sich trotz wärmerer Witterung als im Vorjahr leicht auf etwa 612 Milliarden Kilowattstunden (55 Milliarden Kubikmeter). Die Absatzsteigerung sei vor allem auf die erneut gestiegenen Exporte zurückzuführen. Durch sinkende Gaspreise verminderten sich die Umsatzerlöse um nahezu elf Prozent auf 10,5 Milliarden Euro (2001: 11,8 Milliarden Euro). Der Konzernumsatz, zu dem die Ruhrgas AG mit einem Anteil von über 80 Prozent beitrug, lag 2002 bei 11,9 Milliarden Euro (Vorjahr 13,3 Milliarden Euro), davon wurden 15 Prozent im Ausland erzielt. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stieg auf 802 Millionen Euro (Vorjahr: 651 Millionen Euro). Der Jahresüberschuss der Ruhrgas AG erreichte den Vorjahreswert von 432 Millionen Euro, infolge eines ebenfalls erhöhten Steueraufwands von 370 Millionen Euro. Im Konzern erhöhte sich der Jahresüberschuss um 63 Millionen Euro auf 554 Millionen Euro. Bergmann kündigte eine Dividende von 345 Millionen Euro wie im Vorjahr an.

Höchstes Investitionsniveau in der Geschichte

Mit Nettoinvestitionen von 1,25 Milliarden Euro erreichte der Ruhrgas-Konzern im Jahr 2002 das bisher höchste Investitionsniveau seiner Unternehmensgeschichte. Der Schwerpunkt lag wie in den Vorjahren mit über 80 Prozent bei den Beteiligungen. Zu den größten Einzelinvestitionen gehörten der Erwerb von Anteilen an der slowakischen SPP, der ABB-Messtechnik-Gruppe sowie die Erhöhung der Beteiligung an der russischen OAO Gazprom. Mit jüngsten Zukäufen in diesem Jahr bezifferte Bergmann die aktuelle Höhe der Ruhrgas-Beteiligung am weltweit größten Gasproduzenten mit rund sechseinhalb Prozent.

Bernotat neuer Aufsichtsratschef

In Zusammenhang mit der Jahrespressekonferenz hat der Aufsichtsrat der Ruhrgas AG den Vorstandsvorsitzenden der E.ON AG, Dr. Wulf H. Bernotat, zu seinem neuen Vorsitzenden gewählt. Bernotat löst Ulrich Hartmann ab, der dieses Amt seit dem 18. Februar 2003 innehatte.

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