Frost & Sullivan-Studie

Rückenwind für Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung

Die Analysten der Unternehmensberatung Frost & Sullivan rechnen bis 2007 mit einer Verdopplung der Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungsanlagen. Eine neue Studie zu diesem Thema ist jetzt erhältlich.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com
Der Europamarkt für Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungs-Anlagen kann in den nächsten Jahren mit einer Belebung rechnen. Im Jahr 2000 wurde mit 122 neu installierten Systemen ein Umsatz von 87,9 Millionen US-Dollar erwirtschaftet. Für 2007 prognostiziert die Unternehmensberatung Frost & Sullivan in einer neuen Studie bereits ein Volumen von 177,1 Millionen US-Dollar (319 Systeme). Hauptwachstumsfaktoren sind die staatlich geförderte Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen, eine mittelfristig zu erwartende Erholung der Strompreise und die Nachfrage nach dezentralen Systemen für Stromerzeugung, Heizung und Kühlung.


Bei der Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung (KWKK) wird neben Strom und Dampf oder Warmwasser auch Kaltwasser für Kühlzwecke erzeugt. Beide Technologien gelten hinsichtlich ihrer Investitionsrentabilität als wenig attraktiv, vor allem dann, wenn teures Erdgas als Primärenergieträger eingesetzt wird. Deregulierung, Liberalisierung und Privatisierung der Strom- und Gasmärkte hätten zwar für mehr Wirtschaftlichkeit gesorgt, führten aber gleichzeitig zu sinkenden Strompreisen und verhinderten dadurch neue Investitionen, argumentieren die Unternehmensberater. Selbst bei Kühlsystemen auf Kaltwasserbasis fielen die hohen Investitionskosten oft stärker ins Gewicht als die Tatsache, dass diese Anlagen aufgrund ihres Gesamtwirkungsgrads kostengünstiger arbeiten als elektrisch betriebene Systeme. Die Hoffnungen der Unternehmen gründeten sich derzeit vor allem auf die finanziellen Anreize für eine umweltfreundlichere Energieerzeugung, mit deren Hilfe die Regierungen ihre Klimaschutzziele durchsetzen wollen. Nach Ian French, Research Analyst bei Frost & Sullivan, zählen dazu insbesondere Steuererleichterungen, Investitionszulagen und garantierte Abnahmepreise für besonders wirtschaftlich erzeugten Strom.


Die meisten KWKK-Systeme (95 Prozent der neu errichteten Anlagen und 80 Prozent des Umsatzes 2000) verwenden einen Gasmotor als Antriebsmaschine. Die übrigen Anlagen werden von Gasturbinen angetrieben. Mikroturbinen wurden im Jahr 2000 nicht installiert. Ein Fazit der Studie: Der Markt wird klar von Deutschland dominiert. Im Jahr 2000 wurden mehr als 42 Prozent der Umsätze hier erwirtschaftet. An zweiter Stelle folgte Spanien mit knapp 19 Prozent, vor den Niederlanden (12,3 Prozent) und Italien (11,6 Prozent). Im Jahr 2007 wird laut Prognose die Rangfolge lauten: Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Frankreich. Die Analysten haben auch festgestellt, dass es in Europa bisher kein Unternehmen gibt, das die KWKK-Technologie als Kernprodukt vermarktet. Potenzielle Nutzer würden sich derzeit noch an größere Komponentenhersteller und Systementwickler wenden.


Weitere Informationen zur Studie: "The European Trigeneration Equipment and Systems Market" (Report 3899) unter www.frost.com. Preis: 5000 Euro.

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