Materialermüdung?

Rostocker Steinkohlekraftwerk nach Havarie erneut vom Netz

Binnen eines Jahres ist das Rostocker Steinkohlekraftwerk zum zweiten Mal vom Netz gegangen - dieses Mal hat es einen Brand im Haupttrafo gegeben, erklärte eine Sprecherin. Die ursache für die Panne ist noch nicht bekannt. Mit einer Inbetriebnahme ist erst wieder in etwa vier Wochen zu rechnen.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Rostock (ddp-nrd) - Das Rostocker Steinkohlekraftwerk ist zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres wegen einer Havarie vom Netz genommen worden. Aus zunächst ungeklärter Ursache hatte es einen Brand im Haupttrafo gegeben, wie eine Unternehmenssprecherin am Donnerstag sagte.

Damit sei die Schaltzentrale zwischen Turbine und öffentlichem Stromnetz unterbrochen. Mit einer Inbetriebnahme des Energieerzeugers werde erst wieder Mitte November gerechnet. Ob Materialermüdung zum Trafodefekt geführt habe, ermittelten Experten vor Ort, sagte die Sprecherin.

Genau vor einem Jahr war es bereits einmal zu einer folgenschweren Panne im Steinkohlekraftwerk gekommen. Bei laufendem Betrieb brachen Rotorenflügel im Gebläse ab, das die dampfend heißen Rauchgase zum Kühlturm schaufelt. Allein der Sachschaden betrug mehr als zwei Millionen Euro, hinzu kam der Produktionsausfall. Drei Monate konnte mitten im Winter keine Energie geliefert werden.

Kraftwerk deckt fast die Hälfte des Energiebedarfs in Mecklenburg-Vorpommern

Das Steinkohlekraftwerk ist ein Mittel- und Spitzenlastkraftwerk zur Strom- und Wärmeerzeugung. Es hat eine Leistung von 553 Megawatt und kann pro Jahr bis zu 2,5 Milliarden Kilowattstunden Strom ins Netz einspeisen. Dafür werden täglich rund 3000 Tonnen Steinkohle verfeuert. Rein rechnerisch deckt es den Bedarf von 40 Prozent aller Haushalte in Mecklenburg-Vorpommern. Es ist das jüngste (elf Jahre alt) und modernste Kohlekraftwerk Deutschlands.

Die Anteile am Rostocker Kraftwerk werden von vier Eignern gehalten. Die E.ON Kraftwerke besitzen 45,7 Prozent, Vattenfall Europe Generation 25 Prozent, RWE Power hat 24,6 Prozent und die E.DIS AG 4,7 Prozent.

Weiterführende Links
Das könnte Sie auch interessieren
  • Stromrechnung

    Talfahrt bei RWE und Eon: Gibt es noch Lichtblicke?

    Die beiden Stromriesen RWE und Eon stecken in der Klemme. Beim Umstieg auf erneuerbare Energien hinken beide Firmen hinterher. Werden das bald die Stromkunden mit steigenden Preisen ausbaden müssen?

  • Vattenfall

    Tschechische EPH-Gruppe übernimmt Vattenfall-Braunkohle

    Das Braunkohle-Geschäft von Vattenfall geht an die tschechische Firmengruppe EPH. Die Tschechen erhalten dabei Gelder für die Rekultivierung in der Lausitz. Rund 8.000 Menschen arbeiten dort derzeit bei Vattenfall. Bis 2020 soll es keine betrieblichen Entlassungen geben.

  • Stromnetz Ausbau

    Nordosten unter Strom - Erneuerbare Energien auf dem Vormarsch

    Wie das Statistische Landesamt in Mecklenburg-Vorpommern mitteilte, wird mittlerweile mehr als ein Viertel des Stroms im Nordosten auf der Basis von Wind-, Bio-, Wasser- und Sonnenenergie erzeugt. 2003 übertraf die Strombereitstellung aus erneuerbaren Energien erstmals die Versorgungsleistung von Erdgas.

  • Hochspannungsmasten

    Greenpeace beurteilt EnWG-Entwurf: Klimaschutz nicht ausreichend

    Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat heute in Hamburg eine Beurteilung und eigene Vorschläge zum neuen EnWG veröffentlicht: Wesentlich sei eine Förderung von Kraftwerken mit hohem Wirkungsgrad, eine verbraucherfreundliche Kennzeichnungspflicht für Strom und eine wirksame Regulierung der Stromnetze.

  • Hochspannungsmasten

    Kohlendioxidarmes Jubiläum: 30 Jahre Biblis Block A

    Seit 1974 produziert der Block A des RWE-AKWs Biblis elektrische Energie für das öffentliche Versorgungsnetz und hat seither knapp 211 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt. Mit dieser Menge könnte man den Strombedarf aller deutschen Haushalte für eineinhalb Jahre decken.

Top