Importpreise 2011

Rohstoff-Importe so teuer wie seit zehn Jahren nicht

Die Importe nach Deutschland haben sich im vergangenen Jahr so stark verteuert wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Im Schnitt kosteten die aus dem Ausland eingeführten Rohstoffe und Waren 8,0 Prozent mehr als noch 2010, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Wiesbaden (AFP/red) - Zuletzt hatte die Teuerung im Jahr 2000 höher gelegen, als die Importpreise um 10,2 Prozent zulegten. Teurer waren der Statistik zufolge vor allem Rohstoffe wie Erdöl und Erze, sogenannte Halbwaren wie Mineralöl und Metalle, aber auch Lebensmittel.

Die Rohölpreise lagen demnach 31,7 Prozent höher als 2010, die Preise für importiertes Mineralöl lagen um 28,0 Prozent höher. Im Durchschnitt war Öl damit sogar teurer als im bisherigen Rekordjahr 2008. Erdgas kostete 2011 laut Statistischem Bundesamt 25,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für Erze aus dem Ausland mussten Unternehmen 23,3 Prozent mehr zahlen.

Teuerung steig auf Rekordhoch

Teurer wurde aber beispielsweise auch Baumwolle. Obwohl der Preis seinen Höchststand schon im März 2011 erreichte, kostete sie im Jahresschnitt noch immer 40,9 Prozent mehr als 2010. Rohkaffee wurde deutlich teurer, Getreide ebenfalls.

Die deutschen Exporte verteuerten sich deutlich weniger - die Teuerung stieg aber dennoch auf ein Rekordhoch. Im Jahresschnitt lagen die Exportpreise laut Statistik um 3,7 Prozent höher als 2010. Das war demnach der höchste Anstieg seit fast 30 Jahren: 1982 hatte er 4,3 Prozent betragen.

Quelle: AFP

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