Rekordniveau

Rohölimport war 2011 so teuer wie noch nie

Deutschlands Mineralölindustrie hat im vergangenen Jahr für die Einfuhr von Rohöl so viel Geld bezahlt wie noch nie zuvor. Die Tonne importierten Rohöls habe 2011 im Jahresdurchschnitt 583 Euro gekostet, teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Wiesbaden (AFP/red) - Damit sei der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2008 von 506 Euro je Tonne "deutlich überschritten" worden. Am teuersten war Rohöl demnach im Mai mit einem Preis von 626 Euro je Tonne. Bereits 2008 war der Rohölpreis wie derzeit auf hohem Niveau und erreichte zeitweise Rekordmarken.

Andere Rekordmarke für Rohöl steht noch

Insgesamt sei im vergangenen Jahr Rohöl im Gesamtwert von rund 51 Milliarden Euro nach Deutschland importiert worden, teilten die Statistiker mit. Dies habe einem Anstieg der Ausgaben um 28,2 Prozent gegenüber 2010 entsprochen. Jedoch sei damit nicht die Rekordmarke des Jahres 2008 gebrochen worden, als sich die Kosten für die Einfuhr des Energieträgers auf insgesamt 53,4 Milliarden Euro beliefen, sagte ein Sprecher der Statistikbehörde.

Angesichts der hohen Kosten für den Erdölimport seien die importierten Mengen des Energieträgers seit 2005 immer weiter gesunken, teilten die Statistiker mit. So habe sich der Rückgang von 2010 auf 2011 auf 4,3 Prozent belaufen, was 87 Millionen Tonnen entsprochen haben, die weniger eingeführt wurden. Eine Ursache für den Rückgang der Importmenge liegt den Angaben zufolge in der schwindenden Nachfrage nach Heizöl. Heizöl sei in den vergangenen Jahren von Verbrauchern zunehmend durch andere Energieträger ersetzt worden.

Russland und Großbritannien wichtigste Lieferanten

Hauptlieferland für Rohöl im vergangenen Jahr sei Russland gewesen mit einem Importanteil 40,6 Prozent, teilten die Statistiker mit. Platz zwei habe Großbritannien eingenommen mit einem Anteil von 13,7 Prozent. Auf Rang drei lag Norwegen mit 7,5 Prozent, wie das Statistikamt mitteilte.

Quelle: AFP

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