Stromproduktion

Röttgen nennt Bedingung für das Ende der Atomkraft

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) koppelt das Ende der Atomkraft in Deutschland an den Ausbau der erneuerbaren Energien. Bis dieser eine bestimmte Größenordnung erreicht hätte, werde die Kernenergie allerdings weiterhin gebraucht, so Röttgen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Bonn (ddp/red) - "In dem Augenblick, in dem wir 40 Prozent Anteil der erneuerbaren Energie an der Stromproduktion in Deutschland haben, gibt es keinen Raum mehr für Kernenergie", sagte Röttgen dem Bonner "General-Anzeiger" (Freitagsausgabe) laut Vorabbericht.

Der CDU-Politiker betonte, die Bundesregierung wolle die Versorgung in Schritten auf erneuerbare Energien umstellen und der Atomkraft dabei zunächst noch eine "Brückenfunktion" zukommen lassen. Die Kernenergie gehe sukzessive in dem Maße zurück, in dem die Erneuerbare Energie aufgebaut werde. Die Bundesregierung habe sich dabei zum Ziel gesetzt, den Anteil regenerativer Energieträger an der Stromerzeugung von derzeit 16 Prozent auf 30 Prozent bis 2020 annähernd zu verdoppeln.

Röttgen kündigte an, er werde den unter seinen Amtsvorgängern Jürgen Trittin (Grüne) und Sigmar Gabriel (SPD) verhängten und aufrechterhaltenen Stopp zur Erkundung des Salzstocks Gorleben aufheben und die Tauglichkeit von Gorleben als Atommüll-Endlager ergebnisoffen prüfen lassen.

Unterdessen bekräftigte Röttgen dem Blatt gegenüber, er halte an seinen Plänen zur Kürzung der Solarförderung fest. Die Photovoltaik "braucht die Förderung im bisherigen Umfang nicht mehr", sagte er. Am Donnerstag hatten bundesweit zahlreiche Firmen gegen die Pläne Röttgens protestiert. Sie befürchten Firmenpleiten sowie einen massenhaften Abbau von Arbeitsplätzen.

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