Energiekonzept

Röttgen fordert Stilllegung alter Kraftwerke

Umweltminister Röttgen will alte Kohlekraftwerke stilllegen lassen. In einer 25 Seiten langen Aufstellung fordert er, die Anlagen durch morderne, effiziente Kraftwerke zu ersetzen. Weitere Themen des Papiers: Neue Sanierungsvorschriften für Gebäude und die Einführung von Energiemanagementsystemen in Unternehmen.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/red) - Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) eröffnet die heiße Phase der Debatte um das Energiekonzept der Bundesregierung mit einem umfassenden Eckpunktepapier. In der 25 Seiten umfassenden Aufstellung, die dem "Handelsblatt" vorliegt, fordert er neben der Stilllegung alter Kohlekraftwerke auch eine Sanierungspflicht für Gebäude und die Einführung von Energiemanagementsystemen.

Kraftwerke sollen effizienter werden

Alte Kohlekraftwerke sollen durch hocheffiziente Anlagen ersetzt werden. Der Kostendruck, der durch den Emissionshandel auf die Betreiber alter Anlagen ausgeübt wird, reiche laut Röttgen dazu nicht aus. In Deutschland wären einige Kraftwerke betroffen, die die Anforderungen von 32 beziehungsweise 34 Prozent Wirkungsgrad nicht erfüllen würden.

Strengere Vorschriften bei der Gebäudesanierung

Außerdem fordert Röttgen der Zeitung zufolge einen Kurswechsel bei der energetischen Gebäudesanierung. Er spricht sich für die Einführung einer umfassenden Sanierungspflicht für bestehende Gebäude aus. Bislang bestünden zwar strenge Energiesparvorschriften für Neubauten, aber nicht für Bestandsgebäude. Außerdem seien Ein- und Zweifamilienhäuser ganz von Nachrüstpflichten ausgenommen. Damit will der Umweltminister laut "Handelsblatt" Schluss machen.

Weiterhin will Röttgen Energiemanagementsysteme einführen, die Unternehmen helfen sollen, Energien effizienter zu nutzen. Nur für solche Unternehmen solle es dann Vergünstigungen bei der Energiesteuer geben.

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