Zeitdruck

Robin Wood kritisiert Verfahren zur Genehmigung dezentraler Atommüll-Lager

Die Aktivisten von Robin Wood werden am heute beginnenden Erörterungsverfahren zur Errichtung eines Zwischenlagers in Philippsburg teilnehmen. Ihre Vorwürfe: EnBW ist nicht zuverlässig genug und die Verfahren weisen zu viele Ungereimtheiten auf.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

In Philippsburg beginnt heute das Erörterungsverfahren über den Antrag des Energiekonzerns EnBW, auf dem Gelände des dortigen Atomkraftwerkes ein Atommüll-Lager zu errichten. Dieses ist das letzte von insgesamt einem Dutzend Verfahren zum Bau neuer Lager in Deutschland. Die Umweltschutzorganisation Robin Wood hat Einwendungen gegen das geplante Lager in Philippsburg erhoben und wird diese bei dem Erörterungstermin vortragen.

In den vergangenen Monaten sind immer wieder neue Störfälle in den Atomanlagen von EnBW bekannt geworden. Block II des AKW Philippsburg musste am 8. Oktober wegen gravierender Mängel im Sicherheitssystem auf unbestimmte Zeit vom Netz. "Wer wie EnBW seine eigene Unzuverlässigkeit unter Beweis gestellt hat, dem darf nicht noch eine weitere hoch gefährliche Atomanlage anvertraut werden", begründete Bettina Dannheim, Energiereferentin von Robin Wood den Widerstand. Zudem hätte das Bundesamt für Strahlenschutz die vorangegangenen Erörterungstermine seit dem 3. Mai unter hohem Zeitdruck durchgezogen. Bereits Ende 2002 will das Amt die Genehmigungsverfahren abgeschlossen haben. Spätestens in vier Jahren sollen die neuen Atomanlagen "bezugsfertig" sein. "In dem Verfahren wurde die wichtigste Frage, ob dezentrale Atommüll-Zwischenlager überhaupt gebaut werden sollen, ausgeklammert", resümiert Dannheim. "Robin Wood bezweifelt, dass das Bundesamt für Strahlenschutz die Verfahren tatsächlich ergebnisoffen geleitet hat.“ Als Begründung führen die Aktivisten zahlreiche Ungereimtheiten an. So wurde etwa die Einlagerung von Behältern beantragt, für die in Deutschland keine Zulassung vorliegt, Unterlagen zur Umweltverträglichkeit waren häufig nicht vollständig, abschließende Bewertungen zur Behältersicherheit fehlten.

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