Robin Wood fordert: Kein Castor-Lager am AKW Philippsburg

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com
Am kommenden Donnerstag beginnt in Philippsburg der nicht-öffentliche atomrechtliche Erörterungstermin zur Errichtung eines atomaren Zwischenlagers auf dem Gelände des örtlichen Atomkraftwerks. "Die Tatsache, dass die breite Öffentlichkeit draußen bleiben muss, ist skandalös", moniert der Umweltschutzverband Robin Wood. Die Umweltschützer lehnen die Errichtung des Lagers ab und fordern das Bundesamt für Strahlenschutz auf, die atomrechtliche Genehmigung nicht zu erteilen.


Die Aktivisten sind überzeugt davon, dass die Betreiberin des Atomkraftwerks Philippsburg (EnBW Kraftwerke AG) nicht über die gesetzlich vorgeschriebene Zuverlässigkeit und Sicherheitskompetenz im Umgang mit radioaktiven Stoffen verfügt. Bis heute sei es nicht gelungen, einen Castor-Behälter so zu beladen, dass er die vorgeschriebenen Dichtheitsprüfungen besteht. "Wie wollen die Betreiber eigentlich die Dichtheit der Behälter über Jahre gewährleisten, wenn es ihnen nicht mal im Ansatz gelingt, die Dinger schon beim Beladen dicht zu bekommen?", fragt Bettina Dannheim, Strahlenbiologin und Energiereferentin von Robin Wood.


Die Organisation warnt: Die Lagerung hoch radioaktiven Materials in Castor-Behältern unter "Beton-Garagen" beschwöre ein zusätzliches Gesundheitsrisiko herauf. "Die angeführten Strahlenschutzgrenzwerte entsprechen bei weitem nicht dem neuesten wissenschaftlichen Kenntnisstand. Insbesondere die Wirkung der Neutronenstrahlung, die den wesentlichen Anteil der Gesamtdosis ausmacht, wird um ein Vielfaches unterschätzt", erläutert Dannheim. "Bei einem Unfall sind gravierende gesundheitliche Schäden wahrscheinlich. Und auch gegen Hochwasser, Flugzeugabstürze und Erdbeben ist das Interimslager nicht ausreichend gesichert."


In dem beantragten Interimslager sollen maximal 24 Transport- und Lagerbehälter der Bauart Castor V/19 bzw. V/52 bis zu acht Jahren unter mobilen Umhausungen aus Stahlbetonfertigteilen aufbewahrt werden. Anschließend ist die Lagerung in einem dezentralen Standortzwischenlager geplant, welches bereits beantragt wurde.

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