Riva Energie begrüßt Kartellamts-Verfahren gegen Ex-Monopolisten

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
"Endlich unternimmt das Bundeskartellamt etwas gegen die Wettbewerbsbehinderungen auf dem deutschen Strommarkt", kommentiert Carsten Knauer, Vorstandsvorsitzender der Riva Energie AG, die heute bekannt gewordene Einleitung eines Missbrauchsverfahren gegen die e.dis Nord AG wegen überhöhter Netznutzungsentgelte (das strom magazin berichtete, bitte lesen Sie hier).


Bislang hättet niemand kontrolliert, ob die Preise, die die Monopolisten für die Nutzung ihrer Netze fordern, gerechtfertigt sind. "Dies ist ein massives Versäumnis", klagt Knauer, "denn die Stromnetze befinden sich nach wie vor in Monopolhand." Trotz der Freude über das Vorgehen der Wettbewerbshüter bleibt Knauer kritisch: "Das jetzige Verfahren liefert nur einen eingeschränkten Vergleich, da die Höhe der Netznutzungsentgelte in Deutschland immer noch bis zu 40 Prozent über denen in wirklich liberalisierten Märkten liegen." Knauer unterstützt deswegen massiv die Absichten des Bundeskartellamts, dieser Frage ebenfalls nachzugehen und unter Heranziehung ausländischer Vergleichsmärkte auch gegen Verbundunternehmen Verfahren einzuleiten.


In den überhöhten Netznutzungsentgelten liegt nach Auffassung Knauers das Hauptproblem der bislang sehr schleppend verlaufenden Liberalisierung des deutschen Strommarktes. Sie verhinderten Preissenkungen für die Verbraucher und machten es neuen Anbietern faktisch unmöglich, einen konkurrenzfähigen Strompreis anzubieten und gleichzeitig wirtschaftlich zu arbeiten. "Wären die Durchleitungsentgelte fair", so Knauer, "könnte Strom in Deutschland 20 Prozent günstiger sein."

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