Überraschend

Riva Energie AG meldet Insolvenz an

Das Stromanbietersterben im deutschen Energiemarkt geht weiter: Wie das strom magazin erfuhr, hat die Essener Riva Energie AG heute beim Amtsgericht Essen Insolvenz angemeldet. Noch im Dezember machte das Unternehmen als Retter des zahlungsunfähigen Berliner Stromhändlers ares auf sich aufmerksam, bis der Deal einige Tage später platzte.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Noch kurz vor Weihnachten machte die Essener Riva Energie AG als Retter der insolventen Berliner ares Strom-direkt GmbH von sich reden - heute hat das Unternehmen selbst beim Amtsgericht Essen Insolvenz angemeldet. Das bestätigte Riva-Finanzchef Michael Klein dem strom magazin auf Anfrage.

Der Essener Stromanbieter Riva startete im März 2000 als Tochter des US-Energiekonzerns Sempra in den deutschen Strommarkt und wurde insbesondere durch unkonventionelle Vertriebsmethoden bekannt. Mehrere Abmahnungen überstand der Stromanbieter erfolgreich und engagierte sich zudem im Verband der freien Energiedienstleister. Im März 2002 dann erfuhr das strom magazin, dass Riva aufgrund der schwierigen Marktlage Mitarbeiter entlassen musste, auch hatte Sempra seine Anteile zu diesem Zeitpunkt an den englischen Finanzinvestor CapVest abgegeben.

Nach der geplatzten Übernahme der etwa 200 000 Kunden, die laut Finanzchef Klein durch die Verkürzung der Zahlungsziele und die überhöhten Sicherheitsforderungen durch die Netzbetreiber nicht finanzierbar gewesen wäre, hat CapVest jetzt den Geldhahn zugedreht. 60 Mitarbeiter und etwa 50 000 Kunden in Hamburg, Berlin und Baden-Württemberg sind von der heute beantragten Insolvenz betroffen. Am Montag wird ein vom Amtsgericht eingesetzter Insolvenzverwalter sein Amt antreten. Eine Rettung des Unternehmens oder der Kunden durch beispielsweise einen strategischen Investor schloss Michael Klein gegenüber dem strom magazin aus.

Die 50 000 Kunden werden jetzt zurück in die Notstromversorgung durch ihre Regionalversorger fallen und haben nun drei Monate Zeit, sich einen neuen Stromanbieter zu suchen, oder einen langfristigen Vertrag mit dem angestammten Versorger zu unterschreiben. Die Auswahl an neuen Stromanbietern wird indes immer geringer...

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