Im Tagesspiegel

Rhiel: Drohung der Stromkonzerne unverantwortlich

"Nirgendwo geht das Licht aus", nur weil der künftige Energieregulierer die Netzentgelte nicht nach den Vorstellungen der Konzerne kontrolliere, sagte der hessische Wirtschaftsminister Rhiel dem Tagesspiegel. Er sprach sich gegen den Nettosubstanzerhalt aus, weil dann der Anreiz fehle, modernste Technik zu verwenden.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Der hessische Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) wirft den Versorgungskonzernen vor, "unverantwortlich mit den Ängsten der Verbraucher umzugehen". Das starre Festhalten der Strom- und Gasindustrie an bestimmten Kalkulationsprinzipien für die Netzpreise sei "typisch für einen Monopolmarkt", sagte Rhiel dem Tagesspiegel (Dienstagausgabe).

"Nirgendwo geht das Licht aus", nur weil der künftige Energieregulierer die Netzentgelte nicht nach den Vorstellungen der Konzerne kontrolliere. Clement und die Energiewirtschaft wollten den Wert der bereits vorhandenen Strom- und Erdgasleitungen zum Maßstab für die zulässigen Netzpreise machen (Nettosubstanzerhalt). Nach Ansicht von Rhiel ist das wettbewerbsfeindlich, weil es dann keinen Anreiz für die Versorgungsunternehmen gebe, bei künftigen Investitionen Kosten zu sparen oder modernste Technik zu verwenden.

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