Tropische Temperaturen

Rhein wird durch Kraftwerke immer wärmer

Der Rhein wird immer wärmer. Einer Studie des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) zufolge ist die Wassertemperatur in den vergangenen 50 Jahren um drei Grad gestiegen. Grund dafür seien neben dem Klimawandel die Abwärme von Kraftwerken, die in den Fluss geleitet werden.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Mannheim (ddp-bwb/red) - Im Hochsommer werde der Rhein bei Mannheim inzwischen 28 Grad warm, beklagte der BUND-Landesverband Baden-Württemberg am Donnerstag und gab dafür vor allem den Kraftwerken die Schuld.

"Die Atomkraftwerke am Rhein und seinen Nebenflüssen müssen so schnell wie möglich vom Netz", forderte BUND-Landesgeschäftsführer Berthold Frieß. Zwei Grad der Temperaturerhöhung seien durch die Ableitung der Abwärme von Kraftwerken verursacht. Ein Grad gehe auf den Klimawandel zurück. "Es ist dringend notwendig, dass die Energiewende hin zu mehr erneuerbaren Energien mit großer Entschlossenheit eingeleitet wird", mahnte Frieß.

Ministerin fordert effizientere Kühltechniken

Baden-Württembergs Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) räumte ein, dass sie die Erwärmung "mit gewisser Sorge" beobachte. Sie erinnerte aber an den "Jahrhundertsommer 2003" mit Wassermangel und hohen Temperaturen. "In solchen Situationen ist ein ökologisches System stark gefährdet. Da droht der Kollaps", warnte die Ministerin.

Zugleich appellierte sie an Industrie und Kraftwerksbetreiber, in effizientere Kühltechniken zu investieren und die sogenannte Kraft-Wärme-Kopplung weiter auszubauen. "Es geht sehr viel Energie ungenutzt verloren, wenn die Wärme nicht genutzt wird", beklagte Gönner. Es sei zudem eine grenzüberschreitende Regelung zur Entnahme und Wiedereinleitung von Kühlwasser nötig, die auf deutscher wie auch auf französischer Seite des Rheins angewendet wird. "Nur so kann einer drohenden Überhitzung wirksam vorgebeugt werden."

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