Überprüfungen

Revision: Emsland und Philippsburg gehen, Brokdorf kommt

Die Kernkraftwerke Emsland und Philippsburg sind am Wochenende wegen der jährlichen Revision vom Netz genommen worden. Seit Montag in Betrieb ist der Atommeiler in Brokdorf. Dort seien während der knapp vier Wochen Stillstand etliche sicherheitsrelevante Arbeiten durchgeführt worden, hieß es von Betreiberseite.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover/Lingen/Brokdorf/Karlsruhe (ddp/red) - Das Kernkraftwerk Emsland wurde ab Samstag wegen einer Revision vom Netz genommen. Wie eine Sprecherin des niedersächsischen Umweltministeriums mitteilte, steht der jährlich notwendige Wechsel der Brennelemente an. Es sollen 44 der insgesamt 193 Brennelemente im Reaktorkern gegen neue ausgetauscht werden. Zudem stünden viele routinemäßige Prüfungen und Instandhaltungen an. Wie lange das Kernkraftwerk vom Netz bleibt, ist noch unklar.

Der Block 2 des Kernkraftwerks Philippsburg wurde ebenfalls am vergangenen Wochenende für die jährliche Revision planmäßig vom Netz genommen. In den kommenden Wochen sollen Prüf- und Instandhaltungstätigkeiten, technische Projekte und der Austausch von Brennelementen durchgeführt werden, so der Betreiber EnBW.

Inzwischen wieder am Netz ist der Meiler in Brokdorf nach einer planmäßigen Revision. Während des knapp einmonatigen Stillstandes wurden 52 der 193 Brennelemente ausgewechselt, wie eine Sprecherin des Kraftwerksbetreibers E.ON am Montag in Hannover mitteilte.

Die erforderliche gesetzliche Zustimmung zur Wiederinbetriebnahme des Kraftwerks sei am Sonntagabend erteilt worden, sagte ein Sprecher des in Schleswig-Holstein für die Reaktorsicherheit zuständigen Justizministeriums. Im Zuge der Revisionsarbeiten sei auch die Sicherheit der Anlage und ihres Betriebes verbessert worden. So habe man die Trafo-Löschanlagen erweitert.

An dem Atommeiler waren zuletzt mehrere Mängel festgestellt worden. Anfang Mai wurde bekannt, dass die Wände einer Rohrleitung für Schwefelsäure nicht die erforderliche Dicke aufwiesen. Im März kam es wegen des Ausfalls eines Lüfters zu einem Defekt in einem Notspeisegebäude, in dem im Notfall Strom für das Kraftwerk erzeugt wird. Zudem wurde eine Störung im Kühlkreislauf des Reaktors gemeldet.

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