Reaktion auf IW-Kritik

Replik: Umweltschutz und Beschäftigung - übertreiben die Umweltschützer?

Das Umweltbundesamt hat auf eine Kritik des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln reagiert, das behauptete, die Beschäftigungszahlen im Bereich Umweltschutz seien "schöngefärbt". Fazit des UBA: Die Methodik sei wissenschaftlich anerkannt und somit liefen die Hauptargumente des IW ins Leere.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - "Jobmotor Umweltschutz: Fast 1,5 Millionen Beschäftigte" - unter dieser Überschrift stellten das Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt (UBA) im April 2004 in einer Presse-Information die aktuelle Schätzung zur Zahl der Beschäftigten im Umweltschutz vor. Die vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erstellten Berechnungen seien schöngefärbt, behauptete daraufhin das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in den Medien. Zudem sei die Zuordnung der Umweltschutzbeschäftigten willkürlich, die negativen Wirkungen des Umweltschutzes auf die Beschäftigung würden nicht erfasst.

Das Umweltbundesamt hat die Kritikpunkte des IW - wie sie in der Presse dargestellt wurden - nun näher betrachtet und kommt zu dem Fazit: Die Hauptargumente des IW laufen aus Sicht des Umweltbundesamtes ins Leere. Die vom IW kritisierten Punkte werden in dem Gutachten gar nicht behauptet oder sind schlichtweg falsch.

Schätzungen zu den Beschäftigungswirkungen des Umweltschutzes würden seit mehr als zehn Jahren im Auftrag des Umweltbundesamtes von führenden Wirtschaftsforschungsinstituten vorgenommen. Die hierbei zu Grunde gelegte Methodik sei ständig verfeinert worden, orientiere sich an internationalen Konventionen und sei wissenschaftlich anerkannt. Die Ergebnisse würden zeigen, dass eine anspruchsvolle Umweltpolitik nicht nur gut für die Umwelt ist, sondern auch Arbeitsplätze in zukunftsträchtigen Bereichen schafft. Vor allem im Dienstleistungssektor und bei den erneuerbaren Energien hätte die Beschäftigung deutlich zugelegt.

Umweltschutz sei nicht nur ein Kostenfaktor, macht das Umweltbundesamt nochmals deutlich. Umweltschutz sei vielmehr eine notwendige Investition, um langfristige Schäden an Gesundheit, Umwelt und Sachgütern zu vermeiden. Die ökologische Modernisierung in Deutschland steigere die Wettbewerbesfähigkeit des Standortes, trage zur Innovationsfähigkeit der Wirtschaft bei und schaffe somit Arbeitsplätze, bleibt das Umweltbundesamt trotz der IW-Kritik seiner Linie treu.

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