Studie

Rente mit 67: Noch immer 51 Millionen an Bundeszuschuss nötig

Menschen, die in Deutschland künftig in Rente gehen, können derzeit nicht mit allzu großen Beträgen aus der Kasse rechnen. Deshalb wird diskutiert, ob das Rentenalter angehoben werden soll. Einer Studie zufolge verbessert das die Lage aber nicht allzu sehr.

Altersvorsorge© jörn buchheim / Fotolia.com

Berlin - Bundesbürger sollten laut der deutschen Versicherungswirtschaft in Zukunft deutlich länger bis zur Rente arbeiten als heute. Denn ohne deutlich spätere Rente drohten eine enorme Belastung der Steuerzahler und ein rapides Absinken des Rentenniveaus, warnte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Montag in Berlin. Der Verband stützt sich dabei auf eine neue Studie. Die Erhebung zeigt aber zugleich: Auch bei etwas längerem Arbeiten sieht die Lage angesichts der großen Zahl der Neurentner aus den Babyboomer-Jahrgängen nicht viel besser aus.

Studie: Leichtes Anheben des Rentenalters hat wenig Auswirkung

Steigt das tatsächliche Rentenalter von derzeit 64,2 Jahre bis 2040 nur leicht auf 65 Jahre, dann wäre ein gut 55 Milliarden Euro höherer Steuerzuschuss für die Rentenkasse als heute nötig, heißt es in der am Montag in Berlin vorgestellten Studie des Instituts Prognos im Auftrag des GDV. Das Rentenniveau - das Verhältnis des Durchschnittsverdienstes zur Rente - würde von 48,1 auf 41,7 Prozent sinken.

Rente mit 67: Noch immer fehlen 51 Milliarden in der Rentenkasse

Bei längerem Arbeiten wären demnach höhere Renten mit weniger Steuergeld zu erreichen. Gehen die Menschen künftig tatsächlich erst mit 67 in Rente, wie künftig für eine Rente ohne Abschläge auch vorgeschrieben, läge der Bundeszuschuss 2040 allerdings immer noch gut 51 Milliarden Euro über dem Stand heute. Das Rentenniveau sänke bis 2040 demnach auf 42,1 Prozent. Bei 67,6 Jahren wären es laut der Studie 42,2 Prozent.

Geteilte Meinungen zur Lebensarbeitszeit

Eine deutliche Verlängerung der Lebensarbeitszeit brächte große Vorteile, sagte Studienautor Oliver Ehrentraut. GDV-Präsident Alexander Erdland mahnte, künftige Rentenreformen müssten an die Schritte der rot-grünen Regierung anknüpfen. Damals war ein Absinken des Rentenniveaus und die öffentlich geförderte private Riester-Rente in die Wege geleitet worden. Erdland sagte: "Auch längeres Arbeiten kann kein Rentenniveau garantieren, wie wir es von früher kennen." Dazu brauche es auch betriebliche und private Vorsorge.

DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach wandte ein: "Das Rentenalter anzuheben, bringt praktisch nichts für die Rente: Trotz längerem Arbeiten bliebe das Rentenniveau auf Talfahrt."

Quelle: DPA

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