Geld von Ruhrgas

Rekonstruktion des Bernsteinzimmers abgeschlossen

Am 31. Mai 2003 werden der russische Präsident Wladimir Putin und Bundeskanzler Gerhard Schröder die Türen zum legendären Bernsteinzimmer öffnen. Die Ruhrgas AG hat das Projekt im Rahmen eines Sponsoring-Abkommens mit dem russischen Kulturministerium und dem staatlichen Museum Zarskoje Selo mit 3,5 Millionen Dollar unterstützt.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Welt bekommt ein Wunder zurück: Am 31. Mai 2003 öffnen der russische Präsident Wladimir Putin und Bundeskanzler Gerhard Schröder der Öffentlichkeit die Türen zum legendären Bernsteinzimmer. Der aus russischen und deutschen Experten bestehende Beirat für die Wiederherstellung des Kunstwerks hat jetzt bekannt gegeben, dass die Rekonstruktion abgeschlossen ist. Das Bernsteinzimmer wartet nun auf die feierliche Einweihung im Rahmen des 300-jährigen Stadtjubiläums von St. Petersburg.

"Wir sind beeindruckt von der hohen Kunstfertigkeit der Restauratoren und danken ihnen für das außerordentliche Engagement, die Rekonstruktion des Bernsteinzimmers innerhalb eines so engen Zeitplanes zu vollenden", sagte Dr. e.h. Achim Middelschulte, Vorsitzender des Beirates und Mitglied des Vorstands der Ruhrgas AG, die das Projekt im Rahmen eines Sponsoring-Abkommens mit dem russischen Kulturministerium und dem staatlichen Museum Zarskoje Selo mit 3,5 Millionen Dollar unterstützt hat.

Die Restauratoren der Bernsteinwerkstatt in Zarskoje Selo haben die alte barocke Pracht aus mehr als einer halben Million Bernsteinstückchen wieder erstehen lassen. Die 1979 beschlossene Rekonstruktion war ein wissenschaftliches Unternehmen, das mit Forschungs- und Planungsarbeiten begann. So wurden Fotosammlungen, wissenschaftliche Arbeiten und historische Materialien aus Archiven, Behörden und Museen Russlands herangezogen. Basis der Rekonstruktion bildeten Fotos, die kurz vor Kriegsbeginn gemacht wurden, sowie einige Originalstückchen, die einst von den Paneelen abgefallen waren. In den neunziger Jahren geriet das Projekt aus finanziellen Gründen ins Stocken - da sprang die Ruhrgas AG ein. Die Sponsoring-Gelder wurden in Tranchen, nach vertraglich definierten Arbeitsfortschritten gezahlt, die von einem deutsch-russischen Beirat kontrolliert wurden. Der überwiegende Teil der Mittel wurde für Löhne verwendet. Bis 1999 arbeiteten etwa 20 Restauratoren in der Werkstatt, zu Spitzenzeiten waren es 60 Mitarbeiter. Ein weiterer Kostenfaktor war das Material. Rund sechs Tonnen Bernstein waren insgesamt nötig, wobei ein Kilo Roh-Bernstein gerade einmal 150 bis 200 Gramm verwertbares Material lieferte.

Das Bernsteinzimmer gilt als einzigartiges Symbol für das wechselvolle deutsch-russische Verhältnis. Der preußische König Friedrich Wilhelm I. hatte es im Jahr 1716 dem russischen Zaren Peter dem Großen aus Anlass eines Freundschaftsbündnisses zwischen beiden Staaten geschenkt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Kunstwerk im Zarenpalast von der deutschen Wehrmacht demontiert und nach Westen gebracht. Seit dem Ende des Krieges gilt es als verschollen, über seinen Verbleib existieren mehrere hundert - teils abenteuerliche – Theorien.

Top