Kein planmäßiger Start

Regulierungsbehörde für Energie mit Startproblemen

Wie erwartet wird die Regulierungsbehörde für den Energiemarkt ihre Arbeit nicht wie geplant zum 1. Juli aufnehmen können. Grund ist die Verzögerung bei der Verabschiedung des Energiewirtschaftsgesetzes. Verbraucherverbände und Stromkunden zeigten sich enttäuscht von der Verschiebung.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Die Regulierungsbehörde für Strom und Gas wird nicht wie bislang geplant zum 1. Juli ihre Arbeit aufnehmen. Grund ist die nicht rechtzeitige Verabschiedung des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG). Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums räumte gegenüber dem "Tagesspiegel" (Montagausgabe) Verzögerungen ein. "Wir werden voraussichtlich keine Punktlandung machen", sagte er dem Blatt.

Verbraucherverbände sind über die Verschiebung enttäuscht. Private Stromkunden zahlten pro Jahr rund fünf Milliarden Euro zuviel für Strom und Gas, sagte Thorsten Kasper vom Bundesverband der Verbraucherzentralen der Zeitung. Eine Übergangsregelung für die Regulierungebehörde - wie von einigen Politikern gefordert - wäre "aber nur eine halbe Lösung", weil das Amt für die Verbraucher nichts tun könne, sagte Kasper.

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